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Großrazzia gegen Raubkopierer

19.03.2004

Der deutschen Polizei ist ein empfindlicher Schlag gegen die organisierte Raubkopiererszene gelungen. Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V (GVU) mitteilt, wurden in den vergangenen drei Tagen fast 800 Wohnungen, Firmenräume und Rechenzentren im Raum München, Frankfurt am Main, Bremen, Köln sowie im Ruhrgebiet durchsucht. Bei der laut GVU bisher weltweit größten Razzia gegen Raubkopierer von Musik- und Filmträgern kam es zu mehreren Verhaftungen. Zehntausende Datenträger, mehr als 200 Computer und Dutzende von Download-Servern wurden beschlagnahmt. Der von den Gruppen verursachte Schaden für die Unterhaltungsindustrie wird auf einen hohen zweistelligen Millionen-Betrag geschätzt.

Auslöser für die konzertierte Aktion waren mehr als zweijährige private Ermittlungen der GVU. Nach Anzeigen und umfangreicher Kooperationen mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden sei es schließlich gelungen, die Tätergruppen zu ermitteln, welche für die illegale Herstellung und Erstveröffentlichung deutscher Fassungen von Kinofilmen wie "Herr der Ringe" oder "Im Dutzend billiger" (Kinostart in Deutschland erst am 25. März 2004) und Spielesoftware verantwortlich sind. Dabei kamen die Ermittler auch der Erstverbreitungsstruktur über schnelle Internet-Server auf die Schliche.

Die Gruppen gehörten laut GVU zu einem weltweit aktiven Netzwerk von Gruppierungen, die illegal Filme im Internet publizieren. In der Regel seien den hiesigen Raubkopierern die früher erscheinenden amerikanischen Filmfassungen durch dortige Tätergruppen via Internet zur Verfügung gestellt worden. Anschließend wurden dann das amerikanische Bildmaterial und die hierzulande beschaffte deutsche Tonspur zusammengespielt.

"Ab heute werden weniger deutsche Fassungen von aktuellen Filmen und Computerspielen im Internet, auf Flohmärkten und Schulhöfen zu finden sein", kündigte Jochen Tielke, Geschäftsführer der GVU in Hamburg an. (mb)