Open Data Center Alliance

Großanwender verbünden sich gegen Konzentration des IT-Markts

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Neue Anwendergruppierung bemängelt die Lock-in-Strategie der Anbieter und die fortschreitende Konzentration auf den IT-Markt.
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Open Data Center Alliance nennt sich eine neue Anwendergruppe, der bislang etwa 70 Unternehmensschwergewichte wie BMW, Deutsche Bank, UBS oder Shell angehören. Eigenen Angaben zufolge repräsentieren diese Konzerne ein jährliche IT-Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Dollar.

Das Konsortium will zwei aus seiner Sicht verhängnisvollen Trends entgegentreten. Zum einen bemängelt es die Tendenz der IT-Anbieter, ihre Kunden durch hochintegrierte Produkte in ihre Systemwelt "einzusperren". Diese Entwicklung werde durch das Cloud-Computing noch verstärkt.

Zum anderen sehen die Alliance-Mitglieder mit Sorge, wie die Marktvielfalt durch Fusionen und Übernahmen schwindet. Heute habe ein Start-up kaum noch die Zeit, sich zu einem wirklichen Mitbewerber zu entwickeln, bevor es von einem Branchenriesen aufgekauft werde.

Ihre praktische Aufgabe sieht die Open Data Center Alliance nicht darin, Spezifikationen und Standards zu veröffentlichen, sondern Road Maps und Anwendungsfälle zu beschreiben, um die wirklichen Bedüfnisse der Unternehmens-IT publik zu machen. Dazu zählen Cross-Platform-Management, Interoperabilität sowie die Möglichkeit, Infrastrukturen und Anwendungen zwischen unterschiedlichen Clouds zu bewegen. "Wir wollen unser Business so betreiben, wie es uns passt - nicht so, wie die Anbieter es uns sagen", konstatiert Andrew Feig, Global Head of the Technology Advisory Group bei UBS.