Großaktionär fordert Zerschlagung der freenet AG

25.06.2007
Der britische freenet-Großaktionär Hermes sorgt beim Hamburger Service-Provider für Unruhe. Demnach fordert der Finanzinvestor die Zerschlagung und den teilweisen Verkauf des Unternehmen. Diese Pläne stoßen bei freenet allerdings auf Widerstand - zumal die Fusion mit mobilcom nur fünf Monate zurück liegt.

Der Service-Provider freenet AG steht unter Druck. Medienberichten zufolge fordert der Großaktionär Hermes, der mit knapp fünf Prozent am Unternehmen beteiligt ist, die Zerschlagung und den teilweisen Verkauf mehrerer Konzernbereiche. Grund dafür seien Versäumnisse bei der Übernahme möglicher Konkurrenten gewesen, für freenet gebe es jetzt "nichts mehr zu kaufen", so Stephan Howaldt, Vorstandsvorsitzender von Hermes gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Für den Freenet-Vorstandschef Eckard Spoerr kommt eine Ausgliederung nicht in Betracht: Man habe 18 Monate für die Fusion von mobilcom und freenet gekämpft. "Diese jetzt rückgängig zu machen und Teile des Konzerns zu verkaufen ist nicht im Sinne des Unternehmens", so der Manager. Die Zusammführung von freent und mobilcom würde fortgeführt, schließlich müsse der Vorstand nicht nur die Interessen der Aktionäre berücksichtigen, sondern auch die Belange der rund 3.600 Mitarbeiter vertreten.

Für Howaldt führt kein Weg an einer Zerschlagung vorbei: "Der Vorstand müsse die Augen öffnen und andere strategische Optionen prüfen", zur Disposition stünden die Bereiche Mobilfunk und Internet. Interessant wäre auch eine Fusion mit der Drillisch AG, die bereits zu acht Prozent am Hamburger Provider beteiligt ist. Howaldt gibt sich zuversichtlich, dass auch andere Großaktionäre dieser Strategie folgen würden. "Ich wäre überrascht, wenn andere Aktionäre nicht ähnlich denken würden wie wir".

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