SWIFTnet-Anbindung mit SAP

Grenzenlose Geldflüsse

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Anzeige  Der Montageprofi Würth hat den elektronischen Zahlungsverkehr SEPA-fähig gemacht und durch eine SWIFTnet-Anbindung den Datenaustausch mit Banken weitgehend standardisiert und automatisiert. Dafür sorgen zwei SAP-Anwendungen für das Financial Supply Chain Management aus dem zweiten Erweiterungspaket für SAP ERP.
Foto: Brigitte Hiss

Im Zuge der Einführung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area = SEPA) wurde die SEPA Kreditüberweisung bereits Ende Januar 2008 umgesetzt. Viele Unternehmen mussten sich darauf vorbereiten, darunter auch die Adolf Würth GmbH & Co. KG, das Mutterunternehmen der Würth-Gruppe. Kerngeschäft des "Montageprofis" aus Künzelsau ist der Handel mit Befestigungs- und Montagematerial für Kunden aus Handwerk und Industrie. Laut Würth können diese aus einem Sortiment von über 100.000 Produkten wählen. Es umfasst unter anderem Schrauben und Schraubenzubehör, Dübel, chemisch-technische Produkte, Möbel- und Baubeschläge, Werkzeuge und Maschinen, Kfz-Kleinteile sowie Bevorratungs- und Entnahme-Systeme.

SEPA und SWIFT: Starkes Doppel

SEPA steht für Single Euro Payments Area. Ziel ist die Schaffung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums, in dem alle Zahlungen wie inländische Zahlungen behandelt werden. Seit dem Start von SEPA im Januar 2008 wird beim bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Damit können beispielsweise Unternehmen Euro-Zahlungen von einem einzigen Konto innerhalb Europas vornehmen und dafür mit der SEPA-Überweisung, der SEPA-Lastschrift, die am 1. November 2009 startet, und den SEPA-Kartenzahlungen einheitliche Zahlungsinstrumente nutzen wie die bisherigen Zahlungsinstrumente auf nationaler Ebene. SEPA ist eine Initiative des europäischen Zahlungsverkehrsausschusses (EPC), der die europäische Bankenbranche vertritt, und wird von der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission unterstützt. Laut der EU-Kommission soll der grenzüberschreitend einheitliche Zahlungsverkehr "bis Ende 2010 für jedermann Wirklichkeit" sein.

SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist eine 1973 gegründete, internationale Genossenschaft der Geldinstitute, die über das SWIFTNet, eine IP-basierte Messaging-Plattform, den Nachrichtenverkehr von über 8000 Geldinstituten in mehr als 200 Ländern abwickelt. SWIFT standardisiert den Nachrichtenverkehr und Datenaustausch der Finanzinstitute untereinander auf der Basis von Message Types (MT). SWIFT übernimmt ausschließlich den Transport von Zahlungen, führt aber keine Konten und gleicht diese auch nicht aus.

2,5 Millionen Belegpositionen pro Jahr

SAP Bank Communication Management und das SAP Integration Package for SWIFT schaffen durchgängige Prozesse beim elektronischen Zahlungsverkehr mit allen Banken über einen einzigen, direkten Kommunikationskanal.
SAP Bank Communication Management und das SAP Integration Package for SWIFT schaffen durchgängige Prozesse beim elektronischen Zahlungsverkehr mit allen Banken über einen einzigen, direkten Kommunikationskanal.
Foto: SAP AG

Der international operierende Konzern mit 400 Gesellschaften in 86 Ländern unterhält für den umfangreichen elektronischen Zahlungsverkehr mit Kunden annähernd 200 Kontokorrentkonten bei 18 Banken. "Allein die Muttergesellschaft wickelt pro Jahr beim elektronischen Zahlungsverkehr mit Banken etwa 2,5 Millionen Belegpositionen ab", erklärt Claus Wild, Projektmanager SAP Financials bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG und dort zuständig für Aspekte des Cash Managements und des Zahlungsverkehrs. Da der Zahlungsverkehr mit Banken in den unterschiedlichsten Ländern und Rechtsgebieten erfolgt, muss Würth ständig auf neue Vorschriften und veränderte Kommunikationsformen reagieren und diese beim elektronischen Zahlungsverkehr umsetzen.