Grafikprogramm: Corel Painter X im Test

Dirk Bongardt, Jahrgang 1968, arbeitet seit der Jahrtausendwende als freier Journalist für eine große Bandbreite an Publikationen, sowohl online als auch gedruckt. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT. Das Smartphone ist sein steter Begleiter, die digitale Fotografie – übrigens bis heute vorzugsweise mit einer \u201Erichtigen\u201C Kamera – seine Leidenschaft. In Lehrgängen für angehende Online-Redakteure vermittelt er zudem online-journalistische Basics von der Facebook-Recherche bis zum crossmedialen Publizieren.
Corel Painter X ist mit 375 Euro nicht billig, bietet aber dem kreativen Künstler und Grafiker jede Menge Möglichkeiten, am Computer mit naturnahen Materialien zu arbeiten. Der Funktionsumfang des Malprogramms bedarf allerdings einiger Einarbeitungszeit.

Corel Painter X ist ein umfangreiches Malprogramm, das sich ausdrücklich an den anspruchsvollen kreativen Künstler richtet. Die Arbeitsoberfläche ähnelt nur auf den ersten Blick einer herkömmlichen Bildbearbeitung. Für einfache Retuschen fertiger Bilder sind andere Programme besser geeignet. Ohne bereits Produkte aus der Corel Painter-Familie zu kennen, nimmt die Einarbeitung in das komplexe Programm einige Zeit in Anspruch. Unsere ersten Gehversuche gelangen dank der mitgelieferten gedruckten Dokumentation dennoch ohne Stolpern.

Für den Umfang der mitgelieferten und online bereitgehaltenen Dokumentation hätte Corel eine glatte Eins verdient, wären die Informationen nicht etwas unübersichtlich verteilt: Viele Informationen stecken in der Hilfe-Funktion. Andere, darunter mehrere Video-Tutorials (übrigens lassen sich auch Animationen mit Painter X realisieren), können online abgerufen werden, und einige weitere verstecken sich im „Willkommen“-Dialog. Schnelle Ergebnisse konnten wir mit der Funktion „Automatisch malen“ erzielen. Das „automatische Malen“ verwandelt Fotos in gemalte Kunstwerke. Die Option „Intelligente Striche“ sorgt dabei dafür, dass sich das Malwerkzeug dynamisch an das zugrunde liegende Foto anpasst und die Strichlänge, -dicke und Intensität entsprechend variiert. Bei reduzierter Malgeschwindigkeit konnten wir das Vorgehen detailliert beobachten.

Malern und Grafikern bietet Painter X sehr naturnahe Malwerkzeuge, beispielsweise realistische Borstenpinsel in verschiedenen Formen. Interessante Effekte lassen sich auch mit Hilfe der Ebenen-Verwaltung erzielen. Neben gewöhnlichen Bildebenen gibt es im Painter X unter anderem spezielle Aquarell- und Tintenebenen. Die teils sehr komplexen Schritte, bis ein spezieller Bildeindruck entstanden ist, können fortgeschrittene Anwender später zu Skripts zusammenfassen. Auch bei Bildkomposition und Beschnitt fanden wir Unterstützung: Per Mausklick ließen sich die Hilfslinien für den goldenen Schnitt ein- und ausblenden.

Fazit: Corel Painter X ist ein komplexes Werkzeug für anspruchsvolle Künstler und Designer. Die Einarbeitung erfordert Zeit, die kreativen Werkzeuge suchen jedoch auch ihresgleichen.

Alternative: Der Adobe Illustrator (www.adobe.com) ist eine kommerzielle Alternative. Auf dem Freeware-Sektor bietet auch Artweaver (www.artweaver.de) naturnahe Grafikwerkzeuge.

BEWERTUNG

Leistung (50%): Note 1,5
Bedienung (35%): Note 2,5
Dokumentation (5%): Note 1,5
Installation/De-Installation (5%): Note 2,0
Systemanforderungen (5%): Note 2,0

GESAMTNOTE: 1,9

Anbieter:

Corel

Weblink:

www.corel.com

Preis:

375 Euro

Betriebssysteme:

Windows 2000, XP, Vista

Plattenplatz:

ca. 310 MB