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"+1"

Googles Antwort auf Facebooks "Like"

31.03.2011
Google stemmt sich gegen den wachsenden Einfluss des Online-Netzwerks Facebook und will seine Suchergebnisse stärker auf den Freundeskreis eines Nutzers ausrichten.
Mit "+1" können sich Google-Nutzer gegenseitig zeigen, welche Suchergebnisse sie mögen.
Mit "+1" können sich Google-Nutzer gegenseitig zeigen, welche Suchergebnisse sie mögen.

Ähnlich wie beim "Like"-Button von Facebook (auf Deutsch "Gefällt mir") wird man bei Google künftig einzelne Inhalte mit einem "+1"-Knopf hervorheben können. Bei der Suche etwa nach einem Rezept oder Hotel würde man dann gleich Empfehlungen von Freunden oder Verwandten sehen, erläuterte Google in einem Blogeintrag am Mittwoch.

Die Funktion erinnert an das Konzept der "sozialen Suche", das Facebook zusammen mit Googles Erzrivalen Microsoft vorantreibt. Die Vorlieben und Informationen der Freunde eines Nutzers seien für ihn relevanter als Treffer, die ein Suchmaschinen-Algorithmus ergibt, sagt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg immer wieder. Deswegen sollten sie bei Suchergebnissen prominenter angezeigt werden.

Google ist zwar nach wie vor die unangefochtene Nummer eins bei der Internet-Suche. Mit den kleinen Anzeigen im Umfeld von Suchtreffern verdient der Konzern Milliarden. Facebook mit seinen rund 600 Millionen Nutzern wird inzwischen jedoch oft als potenzielle Gefahr für das Google-Geschäft gesehen: Wenn die Menschen mehr über Facebook und Microsofts Bing suchen, würde Google weniger verdienen. Mit eigenen Aktivitäten im "Social Web" wie dem Online-Netzwerk Orkut hatte Google nur mäßigen Erfolg.

Um die "+1"-Funktion zu nutzen, muss man sich ein Google-Profil anlegen beziehungsweise ein bereits vorhandenes entsprechend ergänzen. Die "+1"-Knöpfe sieht man außerdem auf der Website nur, wenn man mit einem Google-Konto angemeldet ist.

Google berücksichtigt bei den angezeigten Empfehlungen zunächst nur Google-interne Verbindungen wie E-Mail-Kontakte und Chat-Buddies. Es sei aber denkbar, dass künftig auch externe Kontakte aus beispielsweise Twitter einfließen, schreibt Produkt-Manager Rob Spiro. Wen Google zum Bekanntenkreis zählt, kann man im Bereich "Social Circle and Connect" des - übrigens bei Google in München entwickelten - Google Dashboard einsehen.

Google rollt die "+1"-Funktion sukzessive zunächst auf seiner englischen Suche aus. Wer sich das Feature möglichst früh anschauen möchte, kann sich demnächst auf der experimentellen Seite des Internet-Konzerns dafür eintragen. (dpa/tc)