Kleine Helfer

Google Web Toolkit generiert Web-Seiten aus Java

22.01.2010 | von Diego Wyllie (Autor) 
Diego Wyllie
Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
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Mit dem "Google Web Toolkit" (GWT) steht Java-Entwicklern ein Werkzeug zur Verfügung, das die Erstellung moderner Web-2.0-Anwendungen vollständig mit Server-seitigen Technologien gestattet. Der Clou: Ein integrierter Compiler generiert automatisch Ajax-Sites aus Java-Klassen.
Das Google Web Toolkit generiert anspruchsvolle Web-2.0-Seiten aus Java-Code.
Das Google Web Toolkit generiert anspruchsvolle Web-2.0-Seiten aus Java-Code.

Anfangs war die Arbeitsteilung bei Java-Enterprise-Projekten klar geregelt: Die Java-Programmierer implementierten das Backend-System, Web-Designer gestalteten mit Hilfe von HTML-Editoren das Frontend. Heute, in Zeiten von Web 2.0, Cloud Computing, SaaS und Co., ist es nicht mehr so einfach. Moderne Web-Clients können so komplex werden, dass viele Web-Designer ohne informationstechnischen Hintergrund mit deren Entwicklung nur schwer oder gar nicht klar kommen. Andererseits fühlen sich die meisten Java-Entwickler mit HTML, CSS und Javascript nicht in ihrem Element.

Abhilfe verspricht dabei das kostenlose GWT. Das Tool gestattet es Entwicklern, dynamische und interaktive Ajax-Clients komplett Server-seitig zu entwickeln. Aus Java-Klassen generiert ein integrierter Compiler den entsprechenden XHTML und Javascript-Code. Damit können Java-Entwickler die schwierigeren Aufgaben am Frontend übernehmen, während die Designer sich auf eine ansprechende Optik und die Gestaltung eines benutzerfreundlichen GUI konzentrieren können. Wie das Ergebnis am Ende aussehen kann, zeigt Google in einer Demo-Mail-Anwendung.

Ein wesentlicher Vorteil der Lösung besteht darin, dass die mitgelieferten Komponenten die fehleranfällige und oft mühsame Aufgabe übernehmen, die Unterschiede und Besonderheiten der wichtigsten Browser zu analysieren und entsprechend angepasstes Javascript zu schreiben. Beim Debugging des Web-Clients ergeben sich sogar ganz neue Möglichkeiten. So lassen sich zur Laufzeit etwa Ajax-Komponenten oder User-Events bequem mit dem funktionsreichen Java-Debugger untersuchen. Abgerundet wird das Tool mit einem eigenen XML-Parser, Internationalisierungs-Unterstützung, einer RPC-Schnittstelle (Remote Procedure Calls) sowie einem Widget-Paket zur Gestaltung von grafischen Oberflächen. Ein interner Servlet-Container (Tomcat beziehungsweise Jetty) wird ebenfalls mitgeliefert.

CW-Fazit

Mit dem GWT lassen sich komplexe Web-2.0-Anwendungen vollständig mit Hilfe Server-seitiger Technologien entwickeln. Dadurch können Performance, Sicherheit und Robustheit, die Java bietet, automatisch in den Web-Client übertragen werden.

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