An Arris

Google verkauft Motorolas Geschäft mit Settop-Boxen

20.12.2012
Google hat 2,35 Milliarden Dollar mit dem Verkauf der Motorola-Sparte für TV-Settop-Boxen eingenommen.
Eine IPTV-Settop-Box "VIP1853" von Motorola Home
Eine IPTV-Settop-Box "VIP1853" von Motorola Home
Foto: Motorola Home

Käufer ist die Firma Arris, ein Spezialist für Kabel-TV-Ausrüstung. Google bekommt 2,05 Milliarden Dollar in bar und für den Rest der Summe einen Arris-Anteil von rund 15,7 Prozent, wie die Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag mitteilten. Motorola Home habe in den vergangenen vier Quartalen einen Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet und arbeite profitabel.

Google hatte die Sparte mit dem Kauf der Handy-Sparte von Motorola für 12,5 Milliarden Dollar übernommen, sich aber von Anfang an nicht für das Geschäft mit Settop-Boxen interessiert. Das erklärte Ziel der Motorola-Übernahme war es, mit dem riesigen Patentarsenal des Handy-Pioniers das Google-Betriebssystem Android gegen Klagen von Konkurrenten wie Apple und Microsoft zu verteidigen.

Die Strategie hinter der Motorola-Übernahme ist für Google nur teilweise aufgegangen. Motorola gewann zwar einige Patentklagen, darunter auch in Deutschland. In etlichen Fällen ging es jedoch um Patente, die zum Grundstock von technischen Standards gehören und deshalb zu fairen Konditionen auch von Wettbewerbern genutzt werden dürfen. Da Google auch diese sogenannten FRAND-Patente in Klagen einsetzte, nahmen Aufseher in den USA und Europa Ermittlungen wegen möglicher Behinderung von Wettbewerbern auf. Google will die Handy-Sparte von Motorola, die weiter Verluste macht, jetzt zu einem Anbieter von Spitzen-Smartphones entwickeln. (dpa/tc)

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