Kampf ums Mobile Office

Google übernimmt Quickoffice

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Während Microsoft angeblich plant, eine Version seiner Office-Suite für Android- und iOS-Tablets herauszubringen, setzt Google mit der Quickoffice-Übernahme zum Präventionsschlag an.

Mit dem texanischen Unternehmen Quickoffice kauft Google den mit insgesamt 300 Millionen Installationen nach eigenen Angaben größten Anbieter von mobilen Officelösungen. Hauptprodukt von Quickoffice ist die gleichnamige Office-Suite für Android, iOS, Symbian 60 und WebOS. Mit dieser können Anwender Microsoft-Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente auf ihrem mobilen Gerät einsehen, bearbeiten und (in der Pro-Version) erstellen. Weiterhin erhalten ist auch ein PDF-Viewer.

Details wie der Umfang des Deals wurden nicht bekannt. Google Engineering Director Alan Warren teilte lediglich in einem kurzen Blog-Eintrag mit, dass sein Unternehmen Quickoffice in Google Apps integrieren wolle. Daneben soll die Office-Suite auch weiterhin als eigenständiges Produkt angeboten werden, zumindest solange bis Google eine neue, noch besser integrierte Lösung herausbringt.

Der Zeitpunkt der Übernahme ist interessant: Bereits seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte, wonach Microsoft noch in diesem Jahr eigene Versionen seiner Office-Suite für das iPad und Android-Tablets herausbringen will. Mit dem Quickoffice-Kauf ist Google seinem Rivalen zumindest theoretisch voraus. Man muss allerdings beachten, dass die mobilen Office-Suites in der Praxis nur bedingt den Vergleich mit dem Office-Programmen für Desktop-PCs standhalten. Im Detail gibt es etwa Patzer bei Formatierungen, im Tabellenverarbeitungsprogramm fehlen Features für Fortgeschrittene.