Mobile Advertising

Google testet Handy-Werbebanner

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach Yahoo, AOL-Tochter Thirdscreen und einigen anderen liefert nun auch Google mobile Bannerwerbung für Handys aus.

Firmen, die Google AdWords zur Online-Werbung nutzen, haben nun auch die Option, anstatt reinem Werbetext echte Banner auf für Mobiltelefone angepassten Websites zu platzieren. Um die kleinen Handy-Displays nicht übermäßig voll zu stopfen, wird dabei nur ein Banner je Seite ausgeliefert und entsprechend als Werbung ausgewiesen. Thematisch orientieren sich die Anzeigen an den vom Nutzer eingegebenen Suchbegriffen. Dem Werbebild muss ein Link hinterlegt sein, der auf eine für Handys optimierte Web-Seite verweist. Die mobile Bannerwerbung wird laut Google zunächst in 13 Ländern angeboten: Australien, China, Deutschland, France, Deutschland, Großbritannien, Indien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Russland, Spanien und die USA.

Mit Mobile Ads folgt der Suchmaschinenriese dem Beispiel von Firmen wie Yahoo, AdMob oder dem von AOL übernommene Werbedienstleister Thirdscreen Media. Auch Microsoft platziert bereits Werbebanner auf einigen seiner mobilen Websites wie MSNBC und anderen MSN-Sites, die für Mobiltelefone adaptiert wurden. Was nicht heißen soll, dass Google mit dem späten Einstieg Marktchancen vertan hat: Mit aktuell bereits über drei Milliarden Mobilfunknutzern, die ihr Endgerät zudem fast immer parat haben, weist Mobile Advertising zwar im Prinzip ein wesentlich höheres Potenzial als Internet-Werbung auf. Dennoch sind nach Auskunft eines Branchenkenners im vergangenen Jahr gerade einmal 0,2 Prozent des weltweiten Werbe-Budgets in Mobile Advertising geflossen. Den Großteil davon machten SMS-Marketing und Anruf-basierende Werbeformen aus, mobile Banner spielen dagegen wegen der nach wie vor geringen mobile Internet-Nutzung eine untergeordnete Rolle. Da Werbekunden gerade erst anfangen, mit Mobile Advertising zu experimentieren, besitzt Google mit Mobile Ads möglicherweise sogar einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Wie beim originären AdWords-Programm muss der Werbekunde nur dann bezahlen, wenn der Handy-Besitzer tatsächlich auf den Banner klickt. (mb)