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Google-Stiftung kämpft gegen Armut und für Umweltschutz

12.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Getreu seiner Unternehmensphilosophie "Don't be evil" hat Google eine Stiftung für wohltätige Zwecke mit der Bezeichnung "Google.org" gegründet. Sie soll sich unter anderem der globalen Armutsbekämpfung und dem Umweltschutz widmen. Der führende Internet-Suchdienst fördert die Initiative mit 920 Millionen Dollar in Aktien, das entspricht einem Prozent des derzeitigen Börsenwerts. Außerdem soll ein Prozent vom jährlichen Nettoprofit dafür aufgewendet werden - 2004 belief sich Googles Nettoprofit auf 399 Millionen Dollar.

Google.org wird damit als Stiftung positioniert, die den Gegenwert von rund drei Millionen Google-Anteilen erhält. Das Unternehmen wird Informationen des "Wall Street Journal" zufolge die Aktien einbehalten und die Stiftung mit Bargeld in einer Größenordnung versorgen, die dem Aktienanteil entspricht. Sheryl Sandberg, verantwortlich für den weltweiten Vertrieb, erklärte, man wolle mit dem Geld solche Projekte unterstützen, die zu nachhaltigen Lösungen der Probleme führten.

Google ist derzeit dabei, die Stiftung mit geeignetem Führungspersonal zu besetzen. Ein Geschäftsführer ist noch nicht gefunden. Beobachter rechnen damit, dass sich nun diverse Non-Profit-Organisationen melden werden, um einen Teil der Mittel zu ergattern. Aber auch kommerzielle Institutionen und Unternehmen, die soziale Ziele verfolgen, haben Chancen auf Google-Gelder.

Was die finanzielle Ausstattung angeht, stellt die Stiftung viele vergleichbare Initiativen von US-Unternehmen in den Schatten. An die private Bill & Melinda Gates Stiftung reicht das Google-Engagement allerdings bei weitem nicht heran. Sie war zum Januar dieses Jahres mit zirka 28,8 Milliarden Dollar ausgestattet. (siehe auch die Beiträge: "Gates bekämpft Krankheiten nach Microsoft-Art" und Wohltäter Gates).

Wie die Google-Stiftung ihr Geld ausgeben wird, ist erst ansatzweise klar. Rund 90 Millionen Dollar sollen zunächst generell für wohltätige Zwecke aufgewendet werden, weitere 175 Millionen Dollar fließen in den nächsten drei Jahren an verschiedene Organisationen mit humanitären Zielen. Beispielsweise wurden schon jetzt den Organisationen Acumen Fund und TechnoServe, die sich um die Bekämpfung der globalen Armut kümmern, sechs Millionen Dollar zugesagt. Weitere zwei Millionen Dollar hat Google in die Initiative One Laptop per Child gesteckt, die preiswerte Rechner in Entwicklungsländern verteilt.

Schon 2003 hatte das Unternehmen das Programm "Google Grants" gestartet. Rund 850 Non-Profit-Gesellschaften wurde damit eingeräumt, kostenlose Keyword-Werbung auf der Basis von Adwords zu platzieren. Der Betrag, auf den Google damit bislang verzichtete, beläuft sich auf etwa 33 Millionen Dollar. (hv)