Event am 4. Oktober

Google stellt Pixel, Assistant, Chromecast Ultra, Daydream & Home vor

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Google hat die neuen Smartphones Pixel und Pixel XL vorgestellt. Ab 759 Euro. Dazu Chromecast mit 4K, Google Home und die VR-Brille Daydream View. Alles dreht sich aber um den Google Assistant.
Das zeigte Google auf dem Event am 4.10.2016
Das zeigte Google auf dem Event am 4.10.2016

Paukenschlag: Google stellt zwei neue Smartphones (Pixel und Pixel XL) vor, eine VR-Brille (Daydream VR), Chromecast Ultra und Google Home vor. Vor allem aber entwickelt Google den Google Assistenten zur zentralen Schnittstelle für Smartphone und Smart Home. Doch ein neues Betriebssystem namens Andromeda gibt es nicht – hier irrte sich die Gerüchteküche.

Diese Farben gibt es.
Diese Farben gibt es.

Pixel in zwei Größen: 5 und 5,5 Zoll

Das neue Smartphone von Google heißt Pixel. Es gibt den Nexus-Nachfolger in zwei Größen: Mit 5 Zoll als Pixel und mit 5,5 Zoll als Pixel XL. Das Gehäuse ist aus Aluminium-Unibody, der Bildschirm ist ein Amoled-Touchscreen. Für die äußere Optik gibt es Live Cases für das Smartphones für individuelle Optik. Das Gerät selbst gibt es in drei unterschiedlichen Farben.

Hardware des Pixel
Hardware des Pixel

Ein Snapdragon 821 2x2,15 GHz und 2x1,6 GHz treibt das Pixel an. Das Pixel besitzt 4 GB RAM, Fingerprintsensor und wahlweise 32 oder 128 GB internen Speicher. Als Anschluss dient USB Typ-C und ein 3,5-mm-Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden. Bluetooth 4.2 ist ebenfalls vorhanden. Als Betriebssystem ist erstmals Android Nougat (7.1) installiert. Mit dem neuen Pixel-Launcher hat der Benutzer schnellen Zugriff auf alle wesentlichen Funktionen und Apps.

Das neue Pixel
Das neue Pixel

Google Assistant

Das Pixel ist das erste Smartphone, bei dem der Google Assistant eingebaut ist – dieser Assistent ist nach Googles Meinung das ideale Bedieninstrument für das Smartphone und integriert Pixel auch perfekt in das Smart Home rund um Google Home (siehe unten). Der Google Assistant spielt Musik ab und liest Termine vor. Er verschickt Nachrichten als SMS, Whatsapp etc. Der Assistant erkennt wichtige Informationen in Nachrichten und zeigt Infos dazu an wie zum Beispiel die Position auf Google Maps und die Route zu einem Restaurant. Dabei erkennt der Assistant den Kontext. Der Assistant reserviert auch gleich den Tisch im Restaurant.

Pixel Launcher
Pixel Launcher

Unbegrenzter Online-Speicher für Fotos und Videos

Dazu gibt es unbegrenzten Online-Speicherplatz für Fotos und Videos (auch mit 4K) in Originalgröße, eine leistungsfähige Kamera, Video-Telefonie (Google Duo) und Chattools. Mit der Funktion „Intelligenter Speicher“ werden Fotos, die über einen längeren Zeitraum nicht angesehen wurden, automatisch vom Handy entfernt und in den Cloud-Speicher gelegt. Der Nutzer selbst entscheidet, ob und wie er diese Funktion nutzen möchte. Außerdem ist Pixel von Anfang an kompatibel zur neuen VR-Brille Daydream.

Die Kamera des Pixel
Die Kamera des Pixel

Die Hauptkamera macht Aufnahmen mit 12 MP (f/2.0). Google betont ihre besondere Leistungsfähigkeit. Die Frontkamera verfügt über 8 Megapixel. Mit der Funktion Smartburst findet man unter mehreren ähnlichen Aufnahmen die beste heraus. Die Kamera-App soll die schnellste Auslösezeit aller Smartphones bieten. Und mit dem Video-Stabilisator sollen verwackelte Videos der Vergangenheit angehören. Die App Google Photos ist für das Verwaltung und Teilen der aufgenommen Fotos mit an Bord.

Smartburst: Immer das beste Foto
Smartburst: Immer das beste Foto

Der 2770- beziehungsweise 3450-mAh-Akku soll nach 15 Minuten Ladezeit genügend Ladung haben um einen siebenstündigen Betrieb des Smartphones zu ermöglichen.

Updates im Hintergrund

Wichtig: Updates lädt und installiert das Pixel im Hintergrund, der Benutzer verliert also keine Zeit mehr für die Installation des Updates.

Rund um die Uhr Support

Google verspricht direkt vom Smartphone aus 24-Stunden-7-Tage-Support per Chat. Nutzer des neuen Smartphones können auch per Telefon Hilfe bekommen ? und sogar auf Wunsch den Smartphone-Screen mit dem Google-Support teilen. Außerdem sollen sich Nachrichten und Kontakten etc. dank „Quick Switch Adaptor“ bei der Inbetriebnahme leicht von anderen Quellen übernehmen lassen.

Preise und Verfügbarkeit

Pixel ist im Google Store und bei zahlreichen Partnern erhältlich. Die Preise beginnen in den USA bei 649 Dollar, deutsche Kunden zahlen 759 Euro für Pixel mit 32 GB. Mit 128 GB kostet Pixel 869 Euro. Das Pixel XL kostet mit 32 GB 899 Euro und mit 128 GB 1009 Euro.
Vorbestellungen sind ab heute auch für Deutschland möglich. Pixel und Pixel XL können aber auch bei der Deutschen Telekom ab dem 4. Oktober vorbestellt werden; Verkaufsstart in Deutschland ist der 20. Oktober.

Google Assistant

Der Google Assistant ist für Google die zentrale Schnittstelle auf dem Smartphone und im Smart Home. Er steckt nicht nur in Pixel und Pixel XL, sondern auch in Google Home. Der Google Assistant ist für annähernd natürliche Dialoge mit dem Menschen geeignet. Und zwar nicht nur via Google Home zu Hause, sondern auch mit dem Smartphone unterwegs.

Der Assistant lernt ständig dazu, dank KI und Maschinen-lernen. Für die Bilderkennung ist KI besonders wichtig, weil nur so Google Photo Fotos richtig identifizieren kann. Ebenso wichtig ist die KI für maschinenbasiertes Übersetzen. Und für Text-to-Speech.

Chromecast Ultra mit 4 K mit G-Logo
Chromecast Ultra mit 4 K mit G-Logo

Chromecast Ultra mit 4 K

Bisher hat Google über 30 Millionen Chromecast verkauft. Und nun stellt Google Chromecast Ultra vor: Wie erwartet mit 4K-Streaming. Chromecast Ultra unterstützt neben 4K auch HDR und Dolby Vision, so dass man ein schärferes Bild in höherer Auflösung und lebhafteren Farben erhält. Chromecast Ultra soll Videos 1,8-mal schneller als andere Chromecast-Geräte laden und durch WLAN-Verbesserungen ruckelfreie Streams in Full-HD und Ultra-HD ermöglichen – sagt Google. Das Gerät wird noch 2016 für 79 Euro in Deutschland verfügbar sein und kann bereits jetzt vorbestellt werden. In den USA können Kunden Chromecast Ultra für 69 Dollar ab November kaufen.

Chromecast Ultra mit 4 K
Chromecast Ultra mit 4 K

Der Chromecast Ultra soll den bisherigen Chromecast nicht ersetzen, sondern ergänzen. Der Kunde hat also in Zukunft die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Chromecasts. Beide Chromecasts tragen in Zukunft das G-Logo.

Chromecast Ultra mit 4 K: Technische Details
Chromecast Ultra mit 4 K: Technische Details

Google Home

Mit Google Home bringt Google den persönlichen Assistenten mit Mikrofon, Lautsprechern und WLAN-Anbindung für zu Hause und damit eine direkte Konkurrenz zu Amazon Echo. Im Unterschied zu Amazon Echo ist Google Home aber noch nicht in Deutschland erhältlich. Google Home lauscht zwangsläufig immer mit, alle Anfragen werden auf Servern von Google beantwortet. Ohne Anschluss an die Cloud ist Google Home also nutzlos.

Google Home
Google Home

Google Home bedienen Sie per Sprache, indem Sie Okay Google und danach Ihren Befehl sagen. Google Home spielt Ihre Musik ab, beantwortet Fragen beantworten und zeigt die Verkehrslage für unterschiedliche Verkehrsmittel. Außerdem steuern Sie damit Geräte im Haus wie Nest, Philips oder Samsung; weitere Partner sollen folgen. Mit Google Home schalten Sie das Licht an und aus und lassen fremde Wörter übersetzen. Google Home sagt den Wetterbericht und schreibt Einkaufslisten mit und zeigt diese auf dem Pixel an.

Google Home
Google Home

Mit Hilfe von Chromecast können Sie auch fremde Geräte mit Google Home steuern. Einige LEDs an der Oberseite signalisieren die Aktivität von Google Home.

Google Home in unterschiedlichen Farben
Google Home in unterschiedlichen Farben

Youtube Music dient dafür als Quelle, aber auch Google Play Music. Spotify, Pandora und andere Anbieter. Man kann via Google Home auch Netflix-Filme auf dem Fernseher starten und Fotos auf dem TV anzeigen lassen. Und über mehrere Räume hinweg kann man die gleiche Musik hören.

Google verkauft Google Home in den USA für 129 Dollar inklusive sechs Monaten Youtube-Red-Abonnement. Vorbestellungen sind in den USA ab sofort möglich. Google Home gibt es in sechs verschiedenen Farben. In Deutschland bietet Google seinen Assistenten noch nicht an.

VR-Brille: Daydream View
VR-Brille: Daydream View

VR-Brille: Daydream View

Googles neue VR-Brille heißt Daydream View. Bei ihrer Konstruktion legte Google besonders großen Wert auf Tragekomfort. Sie ist deshalb aus flexiblen Material und weicher Microfaser. Brillen sollen sich problemlos darunter tragen lassen.

Daydream View besteht aus einem Headset und einem Controller. Das eigene Smartphone wird in das Headset geschoben und dient als Quelle der Bilder. Die beiden Pixel Phones sind bereits Daydream-ready.

In der Form ähnlich einer Fernbedienung können mit dem Controller innerhalb eines VR-Spiels Bewegungen ausgeführt werden. In Fruit Ninja beispielsweise verwandelt er sich in ein Schwert, in Malprogrammen wird er zum Pinsel. Für die Menüführung auf der Plattform mutet der Controller wie ein Laserpointer an, mit dem einzelne Bereiche ausgewählt werden können.

Zudem soll der Benutzer die Daydream leicht in Betrieb nehmen können: Klappe auf, Smartphone einlegen, Klappe zu - los geht’s. Smartphones und Headset erkennen sich automatisch kabellos.

Für Daydream gibt es unterschiedliche VR-Apps (Games, 360°, Filme). Mit Warner Brothers erkunden Sie virtuelle Welten in Fantastic Beasts. Oder erforschen den Sternenhimmel und schießen Alien-Raumschiffe ab. 50 Partner liefern Spiele für Daydream. Google Movies, Google Fotos, Youtube, Street View – mit der Daydream kann man fremde Orte und Sehenswürdigkeiten erkunden.

Daydream View kann ab Mitte November für 69 Euro im Google Store und bei der Deutschen Telekom erworben werden.

Google Wifi

Google Wifi ist ein Router, der jeden Winkel in der Wohnung abdecken soll. Er hilft beim Finden der besten Position und kann vom Smartphone bedient werden. Google Wifi unterstützt das 2,4- und das 5-GHz-Band.

Google Wifi kann man in den USA ab November bestellen, die Lieferung erfolgt ab Dezember. Für 129 Dollar bekommt man einen Google Wifi und für 299 Dollar bekommt man drei Stück. Ob Google den Router auch in Deutschland verkauft, ist unbekannt.

Google übertrug den Event am 4. Oktober ab 18.00 Uhr als Live-Stream auf Youtube. (PC-Welt)