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Starkes Schlussquartal

Google sahnt bei Internetwerbung ab

23.01.2013
Die florierende Online-Werbung lässt Googles Kasse klingeln.
Google-Chef Larry Page freut sich über ein starkes Schlussquartal 2012.
Google-Chef Larry Page freut sich über ein starkes Schlussquartal 2012.
Foto: Google

Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn des Konzerns um zehn Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar (umgerechnet acht Milliarden Euro). Der Umsatz überstieg auch dank des Zukaufs des Smartphone-Herstellers Motorola die markante Marke von 50 Milliarden Dollar. Das letzte Jahresviertel mit Weihnachten sorgte dabei noch einmal für einen Schub, nachdem das Geschäft im Sommer enttäuscht hatte. Die Nutzer klickten öfter auf die einträglichen Werbeanzeigen, was für Google bares Geld bedeutet.

"Wir haben das Jahr 2012 mit einem starken Quartal beendet", erklärte Konzernchef Larry Page am Dienstag am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die Anleger waren zufrieden: Nachbörslich stieg die Aktie um annähernd fünf Prozent.

Der Umsatz im angestammten Geschäft verbesserte sich im letzten Jahresviertel um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wenn man Motorola hinzurechnet, schoss der Umsatz sogar um 36 Prozent auf letztlich 14,4 Milliarden Dollar hoch. Der Quartalsgewinn stieg um sieben Prozent auf unterm Strich 2,9 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro).

Im Vorquartal hatte Google die Anleger noch mit einem merklichen Rückgang vergrault. Zum einen belastete damals ein hoher Verlust von Motorola wegen teurer Smartphone-Neuentwicklungen. Zum anderen nahm Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden ein. Nun konnte Google die roten Zahlen bei Motorola eindämmen und die Einnahmen pro Klick erholten sich wieder etwas.

"Es ist eine unglaublich tolle Zeit, bei Google zu sein", sagte Page. Der Konzern hat 53.900 Mitarbeiter; im Kerngeschäft kamen im Schlussquartal 1400 hinzu. "Wir arbeiten hart daran, die Besten und Klügsten zu bekommen."

Die Zentrale von Motorola Mobility in Libertyville
Die Zentrale von Motorola Mobility in Libertyville
Foto: MMI

Google hatte das Handy-Urgestein Motorola für 12,5 Milliarden Dollar gekauft, um seinen Vorstoß ins mobile Geschäft abzusichern. Googles Betriebssystem Android ist in der Smartphone-Welt führend. Das zweite Motorola-Standbein mit Empfangsboxen für Fernsehen und Internet stößt Google gerade für 2,4 Milliarden Dollar wieder ab.

Haupteinnahmequelle des Konzerns ist ohnehin die Werbung, allen voran die hervorgehobenen Links der Suchmaschine. Immer wichtiger werden aber grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen. Das Geschäft in Deutschland sei besonders gut gelaufen, sagte Google-Manager Nikesh Arora. Schwächer habe es in Südeuropa ausgesehen. "Wir profitieren von dem Trend, dass Werbung immer stärker online geschaltet wird", sagte Arora.

Dabei weht Google ein rauer Wind im Werbemarkt entgegen: Nicht nur, dass sich Yahoo und Microsoft schon vor geraumer Zeit bei der Internetsuche verbündet haben. Vor wenigen Tagen stellte Facebook eine neue Suchfunktion vor, die es ermöglicht, die Informationen der mehr als eine Milliarde Nutzer im sozialen Netzwerk zu durchstöbern. (dpa/tc)