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Enttäuschung

Google-Reader-Nutzer laufen in Scharen zu Feedly über

18.03.2013
Mehr als eine halbe Million enttäuschte Nutzer von Googles RSS-Reader sind übers Wochenende bei Feedly aufgenommen worden.
Feedly bietet ein deutlich schöneres UI als der spartanische Google Reader.
Feedly bietet ein deutlich schöneres UI als der spartanische Google Reader.

Um den Ansturm zu bewältigen, sei die Server-Kapazität aufgestockt worden, teilten die Betreiber in einem Blogeintrag mit. Inzwischen stehe die zehnfache Bandbreite zur Verfügung. RSS (Really Simple Syndication) ist ein offener Internet-Standard, mit dem man die neuesten Beiträge von Websites und Blogs schnell gesammelt in einer Übersicht lesen kann. Der Google Reader war der populärste RSS-Überblicksdienst. Google will den Service zum 1. Juli im Rahmen seines "Frühjahrsputzes" einstellen.

Das Feedly-Team gibt Tipps für Umsteiger und will nun in den kommenden 30 Tagen wöchentlich neue Funktionen hinzufügen und dabei Verbesserungsvorschläge der neuen Nutzer umsetzen. Binnen 48 Stunden nach Googles Abkündigung sei die App für Feedly zur Nummer eins in Apples App-Store geworden.

In einem Blogeintrag rechtfertigte der Google die Einstellung mit dem Hinweis, dass die Nutzung des Readers gesunken sei. Außerdem wolle sich das Unternehmen auf andere Projekte fokussieren. Nach dieser Ankündigung hagelte es Proteste. Rechtzeitig zum 1. Juli will Feedly nun sicherstellen, dass Nutzer von allen gängigen Plattformen ihre Nachrichtenpakete migrieren können, hieß es. Feedly läuft im Browser (mit speziellen Erweiterungen für Firefox, Safari und Google Chrome) sowie auf Smartphones und Tablets mit iOS oder Android.

Dave Winer, der die erste RSS-Spezfikation ersann, wird den Google Reader nach eigenen Angaben übrigens nicht vermissen - geht auch schlecht, weil er ihn nie benutzt hat. Winer erwartet auch keinen von anderen (wie Feedly) wiederbelebten Markt für RSS-Produkte und würde überhaupt heute einiges anders machen bei RSS und RSS-Readern. (dpa/tc)