Google Apps

Google plant "App Store" für Büro-Software

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Internetkonzern Google wirbt verstärkt um Geschäftskunden.

Das Unternehmen will laut einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) seine Bürosoftware "Google Apps" erweitern, indem es einen Online-Laden für Zusatzprogramme (Applikationen) einrichtet. Externe Entwickler sollen dort ihre Anwendungen verkaufen können. Der Erlös werde geteilt, schrieb die Zeitung am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf informierte Personen. Google Apps beinhaltet unter anderem Dienste für E-Mail, Kalender, Textverarbeitung und Tabellenkalkulation.

Foto: Google

Als Beispiele für Zusatzprogramme nennt die Zeitung etwa verbesserte Sicherheitsfunktionen und Anwendungen zum Import von Kontakten. Das Konzept, eigene Produkte mit Programmen externer Entwickler zu verbessern, ist in der IT-Branche verbreitet. Vorreiter ist Apple mit seinem App Store für das iPhone: Nutzer können darin Zusatz-Programme herunterladen und so ihr Multimedia-Handy aufrüsten.

Google betreibt bereits jetzt einen "Solutions Marketplace", auf dem Entwickler Zusatzprogramme für Google Apps anbieten können. Diese ähnelt jedoch eher einem Katalog: Kunden müssen die angebotenen Produkte auf den Websites der jeweiligen Anbieter erwerben. Der neue Laden soll dem Bericht zufolge die Programme der Partner besser einbinden und es einfacher machen, diese zu kaufen.

Die Google Apps laufen auf den Servern des Internetkonzerns und werden über den Browser bedient, ohne dass eine Installation auf dem lokalen Rechner notwendig ist. Die abgespeckte Version für Privatnutzer ist kostenlos, Firmen zahlen pro Nutzerkonto und Jahr 50 Dollar, in Europa 40 Euro.

Google versucht, mit Bürosoftware neue Umsatzquellen neben der Online-Werbung zu erschließen und macht mit seinem gehosteten Paket traditionellen Softwareherstellern wie Microsoft Konkurrenz. Der Abstand zwischen den beiden Unternehmen ist allerdings riesig: Nach Angaben von Google verwenden mehr als zwei Millionen Unternehmen Google Apps. Microsoft geht dagegen davon aus, dass rund 500 Millionen Nutzer mit seinem "Office"-Paket arbeiten. Dieses ist erheblich leistungsfähiger als Google Apps, umfasst als "Office System" auch ergänzende Server-Lösungen und bekommt in der Version 2010 ebenfalls eine abgespeckte Web-Variante.