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Google plant Änderungen bei AdWords

14.04.2004

Google will Beschränkungen bei der Werbung über das Textanzeigenprogramm "AdWords" lockern. Nach Angaben von Sheryl Sandberg, Vice President of Global Online Sales, sollen Kunden in Zukunft auch die Handelsmarken Dritter als Auslöser für die Einblendung eigener Anzeigen buchen können

Die Möglichkeit besteht vorerst nur in den USA und in Kanada. In Frankreich bekam der Suchmaschinenbetreiber bereits im Oktober 2003 Probleme wegen des AdWord-Programms. Dort klagten Reiseveranstalter gegen die Verwendung markenrechtlich geschützter Ausdrücke in Textanzeigen. Google musste 70.000 Euro Strafe zahlen (Computerwoche.de berichtete).

Während Experten wie der auf Markenrecht spezialisierte Anwalt Terence Ross von der Kanzlei Gibson Dunn & Crutcher auch für Nordamerika eine wachsende Prozesswelle über die Verwendung der Handelsmarken prognostizieren, begrüßen Google-Kunden wie Ebay die neuen Bestimmungen. Wer etwas versteigern wolle, profitiere davon, Interessenten gezielter auf Angebote hinweisen zu können, heißt es beim Online-Auktionshaus.

Analysten zufolge wächst bei allen Suchmaschinen das Geschäft mit bezahlten Ergebnissen schnell. So erwartet Jupiter Research einen Anstieg der Umsätze von 1,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 2,1 Milliarden Dollar 2004. Bis 2008 soll das Wachstum bei 20 Prozent jährlich liegen.

Ob sich die Lockerung der Bestimmungen für Google tatsächlich rentiert, ist jedoch fraglich. So vermutet Anwalt Ross, dass die zu erwartenden höheren AdWords-Umsätze durch Schadensersatzforderungen der Handelsmarkeninhaber schnell aufgezehrt werden.