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Google öffnet Online-Bibliothek

03.11.2005
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Suchmaschinenbetreiber Google hat unter print.google.com tausende von Büchern im Volltext ins Netz gestellt. Dabei handelt es sich um Inhalte, die nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Google arbeitet bereits seit einigen Monaten an seinem Dienst Google-Print. Ziel ist es, gemeinsam mit Büchereien und Universitäten möglichst viele Buchinhalte einzuscannen und frei im Internet verfügbar zu machen. Damit sollen offenbar mehr Nutzer auf die eigenen Seiten gelockt werden, um zusätzliche Werbeinhalte verkaufen zu können.

Noch befindet sich der Buchdienst allerdings im Betastadium. Werbeinhalte werden bislang nicht eingeblendet. Google war in den vergangenen Wochen mit seinem neuen Angebot wiederholt ins Visier der Verlage geraten, die um ihre Copyrights fürchteten (siehe auch: Google will wieder Bücher einlesen). Auf Druck der Rechteinhaber hatten die Google-Verantwortlichen ihr Projekt im August vorübergehend ausgesetzt.

Die jetzt veröffentlichten Bücher wurden gemeinsam mit der University of Michigan, der Stanford- und Harvard-University sowie mit der Öffentlichen Bibliothek in New York erfasst. Die in erster Linie älteren Werke sind frei von Urheberrechten. Daher können Nutzer Abschnitte speichern und kopieren.

Diese Möglichkeiten hatte Google bei den zuvor erfassten und publizierten Inhalten nicht geboten, offenbar um auf Copyrights Rücksicht zu nehmen. Mittels eines Index konnten Nutzer zwar nach bestimmten Stichwörtern suchen. Die entsprechenden Werke dürfen jedoch nur abschnittsweise gelesen werden. Kopier- und Speicherfunktionen gibt es in diesen Fällen nicht.

Google steht mit seinem Angebot, ältere nicht geschützte Werke online zu präsentieren nicht allein. Unter www.openlibrary.org bietet beispielsweise die Open Content Alliance zahlreiche frei verfügbare Buchinhalte an. Dieser Organisation gehören auch die Google-Konkurrenten Yahoo und Microsoft an. (ba)