Google möchte das Web beschleunigen

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Der Suchmaschinen-Primus nutzt seine Plattform für immer neue Services; nun auch für Cache-Dienste.

Die neueste Kreation aus Mountain View hört auf den Namen Google Web Accelerator. Es handelt sich dabei um eine Desktop-Software, die das Laden von Web-Seiten beschleunigen soll, indem sie Browser-Anfragen auf die Server von Google umleitet. Anstatt Inhalte von den Ursprungs-Servern abzuholen, versorgt das Tool die Besucher einer Site mit zwischengelagerten Seiten von Google-Rechnern. Das Unternehmen vertraut also darauf, dass es Seiten schneller ausliefern kann als die meisten Websites.

Jede Sekunde zählt.

Im Moment lässt sich noch nicht absehen, welches Geschäftsmodell Google mit seinem Caching-Service verfolgen möchte. Die Software selbst kann kostenlos von der Website des Unternehmens heruntergeladen werden. Da sie ihre Arbeit im Hintergrund verrichtet, entfällt die Möglichkeit, kontextabhängige Anzeigen einzublenden. Beobachter gehen davon aus, dass Google an Zugriffsstatistiken interessiert ist. Der Accelerator liefert wertvolle Informationen, weil er den Zugriff auf alle Seiten registriert und nicht bloß auf solche, die mit der Suchmaschine von Google gefunden wurden. Damit ergänzt er die Google Toolbar", die bei aktiver Anzeige des Relevanzfaktors "Pagerank" ähnliche Daten an das Unternehmen übermittelt. Derartige Nutzungsstatistiken könnten Google in Zukunft helfen, das Ranking von Suchergebnissen zu verbessern. Zusammen mit der Toolbar, der Deskbar und Desktop Search verstärkt Google mit dem Accelerator seine Präsenz auf dem Windows-PC. Diese Tools sollen den Desktop enger an die Web-Dienste von Google binden. Aufgrund der Desktop-Ausrichtung des Accelerators sieht etwa Akamai, der Anbieter eines globalen Cache-Service, darin keine Konkurrenz.

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