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Keine Konkurrenz zu Second Life

Google Lively bringt neues Publikum in virtuelle Welten

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Google kündigt mit "Lively" seine eigene Anwendung für Online-3D-Welten an. Es integriert Inhalte aus anderen Diensten und lässt sich in Websites und soziale Netzwerke einbinden.

Der aus den Google Labs stammende Service für 3D-Welten erlaubt Benutzern, aus einer vorgegebenen Sammlung einen digitalen Stellvertreter (Avatar) auszuwählen und eigene virtuelle Räume einzurichten. Diese dienen als Treffpunkt für die Kommunikation mit anderen Nutzern, die man dorthin einladen kann. Die Möblierung dieser Chat-Rooms muss ebenfalls aus einem Katalog zusammengestellt werden. Innerhalb dieser virtuellen Begegnungsstätten können sich Anwender über ihre Avatare entweder privat eins-zu-eins unterhalten ("flüstern") oder mit allen Anwesenden austauschen.

Benutzer können ihren digitalen Stellvertreter aus einem bis dato noch überschaubaren Katalog auswählen.
Benutzer können ihren digitalen Stellvertreter aus einem bis dato noch überschaubaren Katalog auswählen.

Mit derartigen Funktionen reproduziert Lively Bekanntes aus anderen Online-3D-Welten. Allerdings verfolgt die Anwendung nicht den Anspruch von Second Life, ein ganzes digitales Universum inklusive Ländereien und Immobilien zu errichten, sondern beschränkt sich auf Räume, die der Begegnung und Kommunikation dienen. Im Unterschied zu anderen virtuellen Realitäten etabliert Lively auch keine eigene Ökonomie auf Basis von realen oder fiktiven Währungen. Und schließlich sieht der Service zumindest vorerst nicht vor, dass Benutzer wie bei anderen Diensten eigene Avatare oder Einrichtungsgegenstände kreieren. Sie müssen sich auf eine Auswahl aus einem indes umfangreichen Angebots beschränken.

Ganz offensichtlich verfolgt Google das Anliegen, dank seiner Reputation und der einfachen Handhabung von Lively breite Anwenderschichten für virtuelle 3D-Welten zu erschließen. Gleichzeitig dient der neue Service als Ort, an dem sich verschiedene Inhalte und Anwendungen aus dem Google-Portfolio zusammenführen lassen. So sind etwa virtuelle Fernsehgeräte in der Lage, auf Youtube gespeicherte Videos abzuspielen, während sich in Bilderrahmen Fotos aus Picasa einblenden lassen.