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Redirect wird abgeschaltet

Google laviert in China

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Google hat heute wieder einmal "An update on China" veröffentlicht.
Die neue Landing Page auf Google.cn verlinkt nur noch zum unzensierten Google.com.hk.
Die neue Landing Page auf Google.cn verlinkt nur noch zum unzensierten Google.com.hk.

Darin kündigt Chief Legal Officer David Drummond an, Google werde den zuletzt geschalteten Redirect von Google.cn auf die unzensierte Seite Google.com.hk in Hong Kong in den kommenden Tagen beenden. Andernfalls drohe der Entzug der Lizenz als Inhalteanbieter im Netz (Internet Content Provider, kurz ICP) durch die chinesische Regierung. Das kommunistische Regime habe Google gegenüber unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es den Redirect inakzeptabel finde. Google hatte diesen als juristischen Schachzug eingerichtet, um den Spagat zwischen Politik und Geschäft im riesigen "Reich der Mitte" zu versuchen.

Das Business geht nun offenbar vor. Google will nach erfolgreichem Test mit einer ausgewählten kleineren Nutzergruppe nun alle Internetnutzer in China auf eine neue Landing Page auf Google.cn schicken, die wiederum auf Google.com.hk verlinkt. Dort, so schreibt Drummond, seien Googles Websuche und Dienste weiterhin lokalisiert in Traditionellen Chinesisch und ungefiltert aufrufbar. Geichzeitig habe das Unternehmen auf Basis dieses neues Ansatzes den Antrag auf Erneuerung seiner ICP-Lizenz eingereicht; die bisherige läuft morgen (30. Juni) aus.

Google sei bestrebt, seinen chinesischen Internetauftritt Google.cn am Leben zu erhalten und auch seine Forschung und Entwicklung in China weiterzuführen, schreibt Drummond weiter. Der neue Ansatz entspreche sowohl der Firmenhaltung gegen Selbstzensur wie auch hoffentlich den chinesischen Gesetzen. Google hoffe daher, dass seine ICP-Lizenz verlängert werde, damit es den Internetnutzern in China auch weiterhin über Google.cn Online-Dienste anbieten könne.