Oracle-Prozess naht

Google kauft weitere IBM-Patente auf

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Google hat erneut Patente aus dem üppigen Portfolio der IBM aufgekauft, um seine mobile Plattform Android im Rechtsstreit gegen Java-Besitzer Oracle zu stärken.

Aktuell erwarb der Internetkonzern rund 200 Patente und Patentanmeldungen von "Big Blue". Der Deal ist damit um einiges kleiner als der im vergangenen Jahr, als Google IBM mehr als 1000 Patente abgekauft hatte.

Gegen Android gibt es einen Haufen Attacken von Patenttrollen und Mitbewerbern im Mobilmarkt. Einige davon richten sich gegen Android-Hardwarepartner wie HTC; Google hatte dem taiwanischen Smartphone-Bauer eine Handvoll-Patente aus der ersten IBM-Tranche zur Gegenwehr überlassen. Oracle wirft Google vor, mit der modifizierten Java-Laufzeitumgebung ("Dalvik Virtual Machine") und dem Compiler von Android gegen Java-Patente zu verstoßen.

Google hatte sich in der Vergangenheit weniger um Patente geschert, sah sich im Laufe des vergangenen Jahres allerdings genötigt, Milliarden von Dollar in ein entsprechendes Verteigungsarsenal zu stecken. Größter Batzen ist dabei die geplante Übernahme von Motorola Mobility (und dessen rund 17.000 Patenten) für 12,5 Milliarden Dollar, der allerdings noch die Kartellbehörden zustimmen müssen.

Die Klage von Oracle soll ab März vor einer Jury verhandelt werden, wie aus einem Bescheid des Vorsitzenden Richters William Alsup hervorgeht. Alsup zeigte sich genervt angesichts der unrealistischen Schadensansetzung beider Parteien, was nach Einschätzung von "Ars Technica" ein langwieriges und zähes Verfahren befürchten lässt.