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Google kauft Keyhole

27.10.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Suchfirma Google hat für eine unbekannte Summe die im kalifornischen Mountain View ansässige Start-up Keyhole übernommen. Keyhole verwendet eine Datenbank von Satellitenfotos und Luftaufnahmen, um interaktive 3D-Karten zu erzeugen, in die man bis auf Straßenebene hineinzoomen kann. Bekannt wurde die drei Jahre alte Firma unter anderem während des zweiten Irak-Krieges, als Nachrichtensender wie CNN diese Karten verwendeten, um ihren Zuschauern "Überflüge" von irakischen Landschaften und Städten zu simulieren.

"Der Zukauf bietet Google-Nutzern ein mächtiges neues Suchwerkzeug mit dreidimensionalen Bildern von jedem Ort der Erde, ergänzt durch eine umfangreiche Datenbank von Straßen, Firmen und anderen interessanten Punkten", begründete Googles Vice President of Product Marketing Jonathan Rosenberg die Akquisition.

Firmen können den Zugang zur Keyhole-Datenbank für knapp 600 Dollar pro Nutzer und Jahr abonnieren. Seit letztem Jahr gibt es auch eine weniger mächtige Consumer-Ausführung für beispielsweise Routenplanung oder Suchen nach Hotels, Parks, Geldautomaten oder U-Bahnstationen. Den Preis dafür will Google laut "Wall Street Journal" von zuvor knapp 70 auf rund 30 Dollar senken.

Zu den Geldgebern von Keyhole gehören unter anderem die Breitband-Unterhaltungssparte von Sony, der Wagniskapital-Arm der CIA sowie der Grafikchip-Hersteller Nvidia. (tc)