Voice für iPhone und Palm WebOS

Google heizt in den USA Mobilfunk-Wettbewerb an

28.01.2010
Mit seiner Software für kostenlose Internet-Telefonate provoziert Google erneut den iPhone-Hersteller Apple und die Mobilfunk-Industrie.
Google Voice - auf iPhone-Safari statt als native App.
Google Voice - auf iPhone-Safari statt als native App.

Eine neue Version des Programms "Google Voice" könne nun auch über den Browser des Multimedia-Handys genutzt werden, berichtete der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View am Dienstag. Google hatte Voice zuvor bereits als Zusatz-Programm in Apples Online-Laden App Store anbieten wollen, erhielt aber keine Zulassung. Mit der Internet-basierten Version umgeht der Konzern die Blockade. Die Software lässt sich auch mit dem Palm Pre nutzen.

Google Voice ermöglicht Nutzern, ihre Kommunikation unter einer einzigen Telefonnummer zu bündeln. Gespräche innerhalb der USA sind kostenlos, für Auslandstelefonate werden Gebühren fällig. Der Dienst ist noch in einer Testphase. Auch schon vorher ließ sich Voice über den Browser aufrufen, die alte Version hatte jedoch deutlich weniger Funktionen und galt daher nicht als Alternative regulären zu Handy-Telefonaten.

An dem Programm hatte sich ein heftiger Streit zwischen den einst befreundeten Unternehmen entzündet. Die Software untergräbt das Geschäftsmodell von Mobilfunk-Anbietern und könnte damit auch Apple schaden, das sein Gerät in etlichen Ländern exklusiv bei einem Provider vermarktet. Die amerikanische Telekom-Aufsicht FCC prüft die Angelegenheit.

Google ist selbst im Mobilfunkmarkt aktiv: Der Konzern ist die treibende Kraft hinter dem offenen Betriebssystem Android und vertreibt seit kurzem über das Internet selbst das Android-Handy "Nexus One". (dpa/tc)