Container-Orchestrierung

Google gibt Kubernetes 1.0 an neue Stiftung ab

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"Kubernetes" ist aus Sicht von Google jetzt reif für den produktiven Einsatz. Die weitere Entwicklung legt der Internet-Konzern in die Hände einer neuen Stiftung.

Kubernetes habe den v1-Meilenstein erreicht und könne bei GitHub heruntergeladen werden, schreibt Google in seinem Cloud Platform Blog. Mehr als 400 Contributors hätten 14.000 Commits zu dem wichtigen Release beigesteuert und Kubernetes sei nun "bereit für den produktiven Einsatz". Trotz dieser guten Nachricht - die auf der OSCON auch gebührend gefeiert wurde - bleibe aber noch eine Menge zu tun, um das gesamte Container-Toolset auszubauen.

Um die "Zukunft des Container-basierten Computing zu entwickeln", will Google gemeinsam mit der Linux Foundation und prominenten Partnern aus der IT-Industrie die Cloud Native Computing Foundation (CNCF) etablieren. Diese soll mit Open-Source- und Partner-Communities die weitere Entwicklung von Kubernetes managen und neue Software bauen, die den Umgang mit Software-Containern und Microservice-basierten Anwendungen noch robuster macht.

Foto: CNCF

Die Contributors zu Kubernetes hatten im vergangenen Februar festgelegt, was eine Version 1.0 in Sachen Features, Zuverlässigkeit und Supportability können sollte. Diese Ziele seien nun erreicht, so Google. Zum Feature Set von Kubernetes 1.0 gehören demnach:

App-Services, Netz, Storage

  • Für Deployment und Verwaltung von Produktions-Workloads unverzichtbare Kernfunktionen wie DNS, Load Balancing, Skalieren, Health Checking auf Anwenungsebene sowie Service-Accounts

  • Stateful Application Support mit allerlei lokalen und Netz-Volumes wie Google Compute Engine Persistent Disk, AWS Elastic Block Store und NFS

  • Deployment von Containern in "Pods" zwecks einfacherer Updates und Rollbacks

  • Untersuchen und Debugging von Applikationen mit Befehlsausführung, Port-Forwarding, Log Collection sowie Ressourcen-Überwachung via Kommandozeile und UI

Cluster-Verwaltung

  • Upgraden und dynamisches Skalieren eines Live-Clusters

  • Partitionieren eine Clusters vermittels Namespaces für mehr Kontrolle über Ressourcen - ein Cluster lässt sich beispielsweise in mehrere verschiedene Applikationen oder auch Test- und Produktionsumgebungen aufteilen

Leistung und Stabilität

  • Schnelle API-Responses, Container sind im Schnitt in unter 5 Sekunden gescheduled

  • Skalierung getestet auf Tausende Container pro Cluster und Hunderte von Nodes

  • Stabiles API mit formaler Deprecation Policy

Bei der Entwicklung von Kubernetes haben unter anderem Red Hat, CoreOS, IBM, Intel, Microsoft und VMware mitgeholfen. Als Anwender, die bereits Teile ihrer Infrastruktur produktiv mit Kubernetes betreiben, nennt Google Box, Ebay, Red Hat, Samsung SDS Research America, Shippable sowie Zulily.

Zu den Industriepartnern, die sich der Cloud Native Computing Foundation anschließen, gehören unter anderem Docker, IBM, VMWare, Intel, Cisco, Joyent, CoreOS, Mesosphere, Univa und Red Hat. Die CNCF soll nach dem anfänglichen Kubernetes-Seeding die Open-Source-Entwicklung überwachen und sicherstellen, dass die Software auf jeglicher Infrastruktur von Public Cloud über Private Cloud bis hin zu Bare Metal gut läuft.

Monitoring von Kubernetes-Clustern mit Dynatrace
Monitoring von Kubernetes-Clustern mit Dynatrace
Foto: Dynatrace

Ein Technical Committee der CNCF soll ferner die Entwicklung flankierender Tools - Dynatrace zum Beispiel bietet ein Plugin an, mit dem Organisation die Performance ihrer Kubernetes-Cluster überwachen können - koordinieren und evaluieren, welche weiteren Projekte sich dafür eignen könnten, sie unter das Dach der neuen Stiftung zu holen.