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Google erwägt Börsengang via Online-Auktion

24.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Hinweise verdichten sich, dass der Suchmaschinenbetreiber Google im kommenden Jahr an die Börse geht. Dabei überlegt die Company offenbar auch, die Aktien für das IPO (Inititial Public Offering) im Internet zu versteigern.

Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider-Kreise berichtet, hat sich Google-CFO George Reyes in der vergangenen Woche mit einigen Investment-Banken getroffen, um die Chancen für einen Börsengang des Unternehmens zu besprechen. Diese hätten den Marktwert von Google mit 15 bis 25 Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht etwa der Börsenkapitalisierung von Amazon.com und liegt leicht unter dem Wert des Portalbetreibers Yahoo. Laut "FT" könnte der IPO bereits im März 2004 stattfinden. Zurzeit sei jedoch noch unklar, wann und wieviele Aktien Google ausgeben wolle.

Die Art des Börsengangs steht Presseberichten zufolge noch nicht fest: Wenn Google tatsächlich die frei handelbaren Aktien via Internet versteigert, wäre das Unternehmen weitgehend unabhängig von Investment-Banken, die normalerweise Preis und Abnehmer der Anteile festlegen. Eine Online-Auktion, wie sie etwa die kalifornische Investment-Bank W.R. Hambrecht + Co. mit ihrem OpenIPO Service anbietet, würde somit eine breitere Streuung der Anteile gewährleisten und könnte den Ausgabepreis der Titel in die Höhe treiben. Investmentbanken warnen jedoch davor, die Anleger könnten bei einer reinen Online-Auktion in Goldrauschstimmung verfallen und unrealistisch hohe Preise für die Aktien bieten. (mb)