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Google: Click-to-call als neue Umsatzquelle?

21.02.2006
US-amerikanische Verbraucher konnten in letzter Zeit neben einigen Anzeigen auf der Google-Site ein neues Icon entdecken - einen kleinen Telefonhörer.

Dieser ist Teil eines "Click-to-call"-Tests, den der Suchriese seit Ende vergangenen Jahres laufen lässt. Wer mit einem Werbekunden von Google Kontakt aufnehmen will, gibt einfach seine Telefonnummer ein und drückt den Knopf. Google schaltet dann beide zusammen (beider Telefone klingeln gleichzeitig).

Wenn der Dienst einmal kommerzialisiert wird, sollen Anzeigenkunden dafür pro Telefonkontakt bezahlen - so wie sie jetzt für Kunden berappen, die auf eine Werbung klicken und dann zur verknüpften Website gelangen. Eine Sprecherin von Google wollte zum Verlauf des Tests oder Details einer möglichen Abrechnung keine Angaben machen. Sie erklärte lediglich, das Unternehmen sei ständig auf der Suche nach Mehrwert für seine Werbekunden. Und was den Datenschutz angehe, gebe Google eingetippte Telefonnummern nicht weiter und lösche sie "nach kurzer Zeit" auch wieder aus seinem System.

Google arbeitet bei dem Test in Sachen "pay per phone call" mit dem Technikpartner VoIP Inc. zusammen. Experten gehen davon aus, dass solche Lösungen für Suchmaschinen zu einer wichtigen neuen Umsatzquell werden können. "Das große Thema hierbei ist die Verbindung zwischen online und offline", erläutert Kelsey-Group-Analyst Greg Sterling. "Das schließt wirklich den Kreis, und das macht es für alle Beteiligten interessant." Sterling erwartet daher, dass der Pay-per-call-Markt bis zum Jahr 2010 ein Volumen von 3,82 Milliarden Dollar erreicht - im Vergleich zu eher läppischen 60 Millionen Dollar in diesem Jahr.