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Rivale für Firefox und IE

Google Chrome - der bessere Web-Browser?

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Neue Konkurrenz für Internet Explorer, Firefox und Opera: Google hat einen Open-Source-Browser entwickelt, der heute zum Download bereit gestellt werden soll: Chrome.

Bislang beschränkt sich die Ankündigung von Google noch auf einen 38 Seiten starken Comic. Demzufolge wird Google Chrome Open Source. Er verwendet die quelloffene Rendering-Engine "Webkit" (auch Grundlage für "Safari" von Apple und die von Google angestoßene Mobilplattform "Android") und eine eigene JavaScript Virtual Machine namens "V8", die eine kleine Entwicklertruppe in Kopenhagen geschrieben hat.

So sieht Chrome einem ersten Screenshot von Googles Softlaunch-Seite zufolge aus.
So sieht Chrome einem ersten Screenshot von Googles Softlaunch-Seite zufolge aus.

Den von Scott McCloud gezeichneten Ankündigungs-Comic hatte Google versehentlich zu früh an das Weblog "Blogoscoped" verschickt, von dem er rasch seine Kreise durch das Web 2.0 zog. Danach musste der kalifornische Internet-Konzern wohl oder übel in seinem offiziellen Blog Farbe bekennen.

Die Beta (was auch sonst) von Google Chrome - der Link bringt derzeit einen 404 - soll heute in mehr als 100 Ländern erscheinen. Google verspricht seinen Nutzern Mehrwert gegenüber anderen Browsern und will gleichzeitig die Innovation im Web vorantreiben. Chrome soll nicht bloß Texte und Bilder anzeigen, sondern eine moderne Plattform für so genannte Rich Internet Applications (RIA) bilden. Rund zwei Jahre Entwicklungsarbeit sollen in dem neuen Browser stecken.

Die Google-Entwickler Sundar Pichai und Linus Upson dämpfen in ihrem Blog-Posting aber auch gleich zu hohe Erwartungen: Chrome sei zum jetzigen Zeitpunkt noch alles andere als fertig. Die als erstes veröffentlichte Windows-Beta (Mac OS X und Linux sollen folgen) solle eine breitere Diskussion anstoßen und Nutzer-Feedback bringen.

Man stehe mit Chrome tief in der Schuld vieler Open-Source-Projekte, schreiben die Google-Männer weiter, und wolle auch zukünftig in deren Fußstapfen treten. Chrome verwende unter anderem Bestandteile von Apples Webkit und von Mozillas Firefox. Aus diesem Grund habe Google sich entschlossen, auch den gesamten Chrome-Code Open Source zu stellen. Man hoffe auf fruchtbare Zusammenarbeit mit der gesamten Community, um das Web weiter voranzubringen, so Pichai und Upson abschließend.