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Google-Chef lästert über klassische Softwaremodelle

08.11.2006
Die Zeit ist reif für Software als Service, und traditionelle Verfahren zur Kundenbindung sollten über Bord geworfen werden.
Google-Chef Eric Schmidt surft derzeit auf der höchsten Welle.
Google-Chef Eric Schmidt surft derzeit auf der höchsten Welle.

Google sorgt sich um die Übertragbarkeit von Informationen, die seine Nutzer über die Webseiten des Konzerns speichern. Anlässlich des Kongresses "Web 2.0" in San Francisco sagte CEO Eric Schmidt, dass Google unzufriedenen Anwendern keine technischen Steine in den Weg legen will, wenn sie die Angebote der Suchmaschine nicht mehr nutzen und auf eine Konkurrenzplattform migrieren wollen. Gleichzeitig forderte Schmidt die Wettbewerber auf, ähnlich offen mit den Informationen ihrer Kunden zu verfahren und nicht zu versuchen, Surfer mit Fallstricken an sich zu binden.

Außerdem lobte Schmidt den Ansatz "Software as a service" (SaaS). Dieser sei dem klassischen Softwaremodell mit Datenträgern und Lizenzen eindeutig überlegen, was als klarer Seitenhieb nicht nur gegen den Rivalen Microsoft zu verstehen war. Schmidt gab an, in den vergangenen 20 Jahren stets an die derzeit angesagte Form der Softwarenutzung geglaubt zu haben. Allerdings sei es erst seit kurzem möglich, das Modell dank leistungsfähiger Server und breitbandiger Internet-Verbindungen auch technisch umzusetzen.

Gehostete Applikationen seien für die Anwender schlicht bequemer, weniger fehleranfällig und einfacher im Unterhalt. Für Googles Angebote spreche zudem, dass sie kostenfrei erhältlich sind. Mit dem Web-Mailer, der Textverarbeitung, dem Kalender und der Tabellenkalkulation wolle man aber keine "Office Suite" im Netz offerieren, so Schmidt. Auch sei nicht angedacht, einen regelrechten Ersatz für die allgegenwärtigen Microsoft-Programme auf den Markt zu bringen. Vielmehr würden die Online-Tools darauf abzielen, zu einem "organischen Bestandteil" des täglichen Lebens zu werden. (ajf)