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Video for business

Google bringt YouTube-Technik ins Firmennetz

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Google erweitert seine gehostete Produktitiväts-Suite "Google Apps" um die neue Komponente "Video for business". Der Internet-Konzern nutzt dabei sein Know-how und seine Expertise und Infrastruktur aus der Übernahme von YouTube.

Google will damit die Zusammenarbeit ("Collaboration") in Firmen auf eine neue Ebene hieven. Bislang sei Video als Kommunikationsmedium im Firmennetz zu komplex und zu teuer gewesen und höchstens in Großkonzernen zum Einsatz gekommen. Mit Video for business, quasi YouTube für geschlossene Benutzergruppen, soll das anders werden.

So präsentiert sich die Übersicht von Video for business.
So präsentiert sich die Übersicht von Video for business.

Das neue Angebot ist Teil der kostenpflichtigen Premier Edition von Google Apps und wird wie der Rest dieser Suite im SaaS-Modell (Software as a Service) bereitgestellt. Der Nutzer benötigt lediglich Internet-Anschluss und Browser.

Google-Apps-Kunden können Videos hochladen und für einzelne Nutzer oder ihre komplette Domain zur Verfügung stellen. Das Sharing erfolgt sicher und über ein mit Google Docs (in Deutschland "Text & Tabellen") vergleichbares Zugangskontrollsystem. Als mögliche Anwendungsbeispiele nennt Google Führungskommunikation, Schulungen, Firmenveranstaltungen, Selbstdarstellung von Abteilungen, Standortbesuche im eigenen Haus oder bei Kunden, Team Building oder Produktdemos.

Anwendungsbeispiel: Ein Manager spricht per Videoclip zur Belegschaft.
Anwendungsbeispiel: Ein Manager spricht per Videoclip zur Belegschaft.

Über die eingestellten Videoclips bietet Google eine sichere Suche, die jedem Nutzer nur die Resultate anzeigt, die er nachher auch anschauen darf. Für die Wiedergabe stehen wahlweise hohe oder Standardqualität zur Auswahl, eine Zeitleiste erleichtert die Navigation durch längere Videos. Dazu kommen Web-2.0-Funktionen wie Tagging, Bewertungen und Kommentare. Falls gewünscht, lassen sich Clips aus Video for business auch herunterladen oder auf anderen Web-Seiten (wie Google Sites oder Google Tabellen) einbinden. Auch hierbei greift jeweils das unterliegende Rechtesystem.

Der Administrator von Apps Premier Edition hat Eigentümerrechte an allen Videos innerhalb seiner Domain und kann Clips editieren oder vom Netz nehmen. Er kann sich ferner die 100 aktivsten Nutzer nach Uploads anzeigen lassen, Auto-Complete-Tags für möglichst konsistentes Tagging vorgeben und den insgesamt für die gespeicherten Videos verbrauchten Speicherplatz anzeigen lassen.

Hochgeladen werden Clips in Video for business einfach per Browser.
Hochgeladen werden Clips in Video for business einfach per Browser.

Und was das "Kleingedruckte" angeht: Clips sind bei Google Video for business auf 300 MB Größe beschränkt (nicht aber in der Lauflänge). Pro zahlendem Premier-Nutzer stehen 3 GB mit der gesamten Domain geteilter Speicherplatz zur Verfügung, die Anzahl der Abrufe ist nicht eingeschränkt. Hochladen kann man unter anderem Clips in den Formaten AVI, ASF, QuickTime, Windows Media, MPEG und FLV (Flash).

Nach Google-Angaben nutzen derzeit über 500.000 Firmen Google Apps (wie viele davon dafür zahlen, wird nicht verraten) und täglich kommen 3000 neue dazu. Die Anzahl aktiver Nutzer wird mit über zehn Millionen beziffert, davon sollen "Hunderttausende" zahlend sein. Google Apps Premier Edition kostet hierzulande 40 Euro pro Nutzer und Jahr.