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Trotz Milliardengebot

Google blitzt bei Groupon ab

06.12.2010
Sechs Milliarden Dollar waren nicht genug: Google ist laut Medienberichten bei der Schnäppchen-Website Groupon mit einem Kaufangebot abgeblitzt.
In Deutschland hat Groupon seinen Klon CityDeal übernommen.
In Deutschland hat Groupon seinen Klon CityDeal übernommen.

Die Gespräche seien ergebnislos abgebrochen worden, berichteten unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" (WSJ) in der Nacht zum Samstag. Groupon ist eine Website, auf der sich Verbraucher Rabatte sichern können. Das US-Unternehmen ist auch in Deutschland aktiv.

Google bot für Groupon laut den Berichten 5,3 Milliarden Dollar plus eine ergebnisabhängige Zusatzzahlung von 700 Millionen Dollar. Groupon ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Die jährlichen Erlöse werden nach jüngsten Angaben auf bis zu eine Milliarde Dollar geschätzt und die Zahl der Mitglieder auf bis zu 35 Millionen.

Die Grundidee der Website ist, dass es einen Vorteilspreis gibt, wenn eine Mindestanzahl von Käufern etwa für einen Restaurantgutschein oder ein Wellness-Angebot erreicht wird. Wird die Käuferanzahl verfehlt, findet der Deal nicht statt. Bei Groupon lande normalerweise etwa die Hälfte des Gutscheinpreises, hieß es. Daher sei das Start-up nach wenigen Monaten profitabel gewesen.

Google war den Berichten zufolge sehr an Groupon interessiert, um sein Geschäft mit lokalen Angebote zu verstärken. Der Konzern verdient sein Geld immer noch vor allem mit den kleinen Werbeanzeigen, die im Umfeld der Internet-Suche eingeblendet werden. Google versucht seit Jahren, sein Geschäft auf andere Bereiche auszuweiten. Sein bisher größter Zukauf war die Übernahme der Online-Werbefirma DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar im Jahr 2007.

Groupon prüfe nun weiter Alternativen wie einen Börsengang oder eine größere Investition ohne Komplettverkauf, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Zuletzt hatte sich auf diese Weise der Groupon-Konkurrent LivingSocial 175 Millionen Dollar vom weltgrößten Online-Händler Amazon gesichert. (dpa/tc)