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Google beerdigt das Konzept einer Autorenschaft

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Zuerst waren es nur die G+-Profilfotos. Und jetzt zeigt Google gar keine Autorenschaft mehr in Suchergebnissen an.

Vor drei Jahren hatte Google eine spannende Idee: Warum nicht das Google+-Profil von Leuten, die ins Internet schreiben, mit deren Beiträgen auf externen Webseiten verknüpfen und dann in Suchergebnissen den Autor mit ausgeben? Dieses Experiment, das so manchem Webmaster einige Arbeit gemacht hat (die Implementierung des nötigen rel="author"-Markups war nicht immer ganz trivial), wurde nun für beendet erklärt - mit einem unspektakulären Google+-Post von John Mueller, Webmaster Trends Analyst.

Google Authorship am Beispiel von Matt Cutts
Google Authorship am Beispiel von Matt Cutts

Die Kurzfassung: Die Anzeige der Autorenschaft habe sich nicht als so nützlich für die Google-Nutzer erwiesen wie gehofft und könne sogar von Suchergebnissen ablenken. Weder reduziere sich durch das Weglassen der Traffic zu Seiten noch erhöhten sich die Klicks auf Anzeigen.

Google stehe weiter hinter der Verwendung von Structured Markup wie schema.org und werde die Unterstützung dafür sogar erweitern, schreibt Mueller weiter. Strukturiertes Markup helfe allen Suchmaschinen dabei, Inhalt und Kontext von Seiten im Web besser zu verstehen. Google werde es auch weiter für die Anzeige von Rich Snippets in Suchergebnissen nutzen. Nutzern von Google+ würden übrigens auch weiterhin Posts von Freunden und Seiten in Sucherergebnissen gezeigt, wenn sie für die Anfrage relevant seien - sowohl in der Hauptspalte als auch auf der rechten Seite. Die Authorship-Änderungen wirkten sich mithin nicht auf diese Social-Features aus.

Das auf Suchmaschinen spezialisierte Fachblog "Search Engine Land" analysiert Googles Rückzieher in einem längeren Beitrag, der auch die Geschichte des Authorship-Experiments noch einmal Revue passieren lässt, und führt Googles Abkündigung deutlicher als Mueller auch auf die geringe Akzeptanz zurück. Die Autoren machen aber immerhin ein wenig Hoffnung darauf, dass Google künftig Konzepte von Autorenschaft / Autorität / Expertise in anderer Form berücksichtigen könnte. Mit Autorenfotos in den Suchergebnissen sei es aber wohl ein für alle Mal vorbei.

Zur Erinnerung daran, dass bei Google nichts in Stein gemeißelt ist, schauen wir uns jetzt einfach nochmal dieses Video von Matt Cutts aus dem Sommer 2013 an: