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SPDY

Google arbeitet an schnellerem Web-Protokoll

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Forscher bei Google haben das neue Web-Protokoll "SPDY" entwickelt, das im Labor gut doppelt so schnell arbeitet wie das 1996 etablierte HTTP (Hypertext Transfer Protocol).

SPDY wird wie "speedy" ausgesprochen und befindet sich laut einem Post im Google Research Blog noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Im Kern handele sich um ein Protokoll auf Anwendungsebene, um Inhalte über das World Wide Web zu transportieren. Es sei speziell zur Minimierung von Latenzen (Wartezeiten) designt worden und arbeite dazu unter anderem mit Multiplexed Streams, Request-Priorisierung sowie HTTP-Header-Komprimierung, heißt es weiter.

Die Google-Forscher haben in den vergangenen Monaten bereits den Prototypen eines SPDY-Webservers sowie einen flankierenden "Chrome"-Client mit SPDY-Unterstützung entwickelt. Getestet wurden beide bislang nur unter Laborbedingungen - mit vielversprechenden Ergebnissen: Die 25 populärsten Webseiten wurden in einer simulierten Heimnetzumgebung über SPDY im Schnitt 55 Prozent schneller geladen als via HTTP.

Angesichts dessen hält Google es für an der Zeit, die Sache inklusive Code und rudimentärer Dokumentation publik zu machen in der Hoffnung auf Feedback und aktive Beteiligung von Dritten an der SPDY-Weiterentwicklung.