Google Android: Alles ist offen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die mobile Plattform ist primär für Privatnutzer ausgelegt - noch.

Kaum ein Anbieter hat im Markt jemals so viele Erwartungen geweckt wie Google mit seinem mobilen Betriebssystem Android. Lange bevor das erste Smartphone auf Basis von Google Android an den Start ging, wurde das Gerät bereits zum iPhone-Killer gekürt.

Strategische Bedeutung?

Die Plattform selbst, die unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar ist, wurde gar zur Bedrohung von Windows Mobile oder Symbian hochstilisiert. Nach Ansicht des Analysten Rob Enderle hat Android für den Internet-Riesen strategische Bedeutung: "Die Android-Plattform ist Teil von Googles Strategie, sich eventuell gegen Microsoft in den Unternehmen zu stellen." Google nutze dafür ein Mobiltelefon, da diese Plattform trotz ihres Potenzials derzeit noch nicht von Microsoft oder einem anderen Anbieter dominiert werde. Andere Analysten argumentieren indes, dass Google wegen seines Fokus auf Werbeeinnahmen bevorzugt Privatanwender ansprechen wolle.

Wie auch immer: Aktuell ist das von HTC hergestellte T-Mobile G1 noch weit davon entfernt, als Business-Handy durchzugehen. Dazu fehlen vor allem Sicherheits-Features wie die Möglichkeit, die Daten auf einem verlorengegangenen oder gestohlenen Handy remote zu löschen oder eine VPN-Verbindung aufzubauen. Auch Push-Mail-Unterstützung suchen Benutzer vergebens, mit Anhängen in PDF- oder Office-Formaten kann das Smartphone ebenfalls nichts anfangen. Das Gerät erinnert damit stark an die erste Version des Apple iPhone. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Open-Source-Community manche Dinge vorantreibt, könnten fehlende Elemente rasch nachgereicht werden, womöglich sogar deutlich schneller als beim iPhone. Problematisch ist dabei allerdings gerade im Business-Umfeld die Haltung Googles, das Bereitstellen wichtiger Funktionen Dritten zu überlassen. Zwar sind Applikationen von Drittanbietern auf einer offenen Plattform theoretisch kein Problem. In der Praxis zahlen Unternehmen aber gerne für eine Leistung, wenn sie den Erbringer dafür anschließend in die Pflicht nehmen können.

Google Android

Stärken:

  • Offene Plattform;

  • Gerätevielfalt (zu erwarten);

  • großes Softwareangebot (erwartet);

  • brauchbare Benutzeroberfläche.

Schwächen:

  • Wichtige Features wie Sicherheit, Push-Mail, Device-Management fehlen (noch).