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Digitale Agenda der EU

Goldmine öffentliche Daten

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Die öffentliche Verwaltungen in Europa sitzen auf einer Goldmine: Große Mengen an Daten, die von zahlreichen Behörden und Dienststellen angehäuft werden, bergen ein hohes wirtschaftliches Potenzial. Für die Öffentlichkeit sind die Informationen bislang allerdings kaum zugänglich. Nun soll die Goldmine erschlossen werden.
„Wir senden heute ein deutliches Signal an alle öffentlichen Verwaltungen", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes. "Ihre Daten sind viel mehr wert, wenn Sie sie weggeben. Geben Sie Ihre Daten jetzt frei."
„Wir senden heute ein deutliches Signal an alle öffentlichen Verwaltungen", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Neelie Kroes. "Ihre Daten sind viel mehr wert, wenn Sie sie weggeben. Geben Sie Ihre Daten jetzt frei."
Foto: Europäische Kommission

Sie sind zahlreich vorhanden, viel Geld wert - aber nicht öffentlich zugänglich: Rohdaten, die Hunderte Millionen IKT-Nutzer dringend benötigen. Beispielsweise in Smartphone-Apps für Landkarten, Echtzeit-Verkehrs- und Wetterinformationen, Preisvergleichen und vielen andere Anwendungen.

Nun will die EU diese Daten im Rahmen der Digitalen Agenda für Europa endlich erschließen und als "offene Daten" zugänglich machen. Offene Daten sind allgemeine Informationen, die frei verwendet, weiterverwendet und weiterverbreitet werden dürfen - entweder kostenlos oder nur zu den anfallenden Zusatzkosten.

Die Europäische Kommission hat hierfür eine Strategie für offene Daten in Europa vorgestellt, die der EU-Wirtschaft einen erwarteten 40-Milliarden-Euro-Wachstumsschub pro Jahr bescheren soll.

Die Strategie zu ihrer EU-weiten Erschließung besteht aus drei Teilen:

  • Erstens wird die Kommission mit gutem Beispiel vorangehen und der Öffentlichkeit ihre Informationsschätze kostenlos über ein neues Datenportal zugänglich machen.

  • Zweitens werden überall in der EU gleiche Wettbewerbsbedingungen in Bezug auf offene Daten geschaffen.

  • Drittens werden für diese neuen Maßnahmen 100 Millionen Euro bereitgestellt, die im Zeitraum 2011-2013 für Forschungsarbeiten über bessere Technologien für den Umgang mit diesen Daten ausgegeben werden sollen.

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