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Gmail lernt POPpen

11.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Andere Webmail-Dienste können es längst, Googles - weiterhin offiziell im Beta-Test befindliches - "Gmail" lernt es nun auch: Das Abfragen der Postfächer über das POP3-Protokoll. Google hat angekündigt, es werde die bisherigen Gmail-Konten sukzessive auf diesen von allen gängigen Mailclients unterstützten Standard umstellen (Support für IMAP ist indes vorerst nicht geplant).

Das heißt, man kann seine Gmails künftig auch in Outlook (Express), Thunderbird oder Lotus Notes lesen - oder auf dem Handy, falls dieses über ein Mail-Programm verfügt. Allerdings verzichtet man dabei auf eines der wichtigsten Features von Gmail, nämlich die Google-Suche über das komplette Postfach hinweg - was man zumindest für Outlook (Express) aber mit Googles Desktop-Suche wettmachen kann.

Sobald ein Gmail-Postfach umgestellt ist, erscheint ein "New features!"-Verweis am oberen Bildrand und ein Reiter "Forwarding and POP" in den Einstellungen.

Ebenfalls in Arbeit sind ein Virenscanner (hier dürfte Google ein Third-Party-Produkt in Lizenz nehmen) und eine HTML-Schnittstelle, auf die auch Webbrowser ohne Javascript zugreifen können. Nachgedacht wird auch über die Unterstützung weiterer Mobilgeräte über WAP oder XHTML. "Wir wollen Gmail zum besten E-Mail-Dienst in jeder Hinsicht machen, so dass man absolut keinen Grund hat, etwas anderes zu benutzen", erklärte Georges Harik, der als Director of Googlettes für neue Google-Projekte verantwortlich zeichnet.

Dazu gäbe es allerdings noch eine Menge zu tun - Teney Takahashi von der Radicati Group hält in diesem Zusammenhang beispielsweise Kalender- und Terminplanungsfunktionen für unverzichtbar, idealerweise auch mit Desktop-Synchronisation. "Bei der Verwaltung von Mail ist Gmail bereits sehr gut, ich würde den Dienst aber gern auf andere Bereiche unseres täglichen Lebens erweitert sehen", meint der Analyst. (tc)