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Global Crossing mit Milliardengewinn

11.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Global Crossing hat im Schlussquartal 2003 einen gigantischen Nettoprofit beschert. Mit 24,88 Milliarden Dollar erzielte der US-Carrier den höchsten Quartalsgewinn eines US-Unternehmens überhaupt. Das Rekordergebnis kam jedoch ausschließlich durch Änderungen in der Bilanz zustande. So fielen mit Abschluss des Insolvenzverfahrens im Dezember 2003 Verbindlichkeiten in Höhe von acht Milliarden Dollar weg. Die Löschung sämtlicher alten Aktien führte zu einem zusätzlichen Buchgewinn von 16 Milliarden Dollar.

Auf der operativen Seite konnte Global Crossing dagegen wenig glänzen: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug lediglich 13 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal war allerdings noch ein Ebitda-Verlust von 62 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 719 Millionen Dollar.

Von den Investoren wurde der Rekordgewinn nicht honoriert. Im Gegenteil: Wegen des enttäuschenden Ausblicks sank der Kurs der Global-Crossing-Aktie am gestrigen Mittwoch um 38 Prozent auf 17,82 Dollar. Das auf den Bermudas gemeldete Unternehmen rechnet für 2004 einen Ebitda-Verlust von 100 bis 130 Millionen Dollar und erneut rückläufige Einnahmen. Außerdem benötigt der Carrier nach eigenen Angaben eine Finanzspritze in Höhe von 100 Millionen Dollar, um den Geschäftsbetrieb abzusichern. Das Geld soll unter anderem aus dem Verkauf des Global Marine-Netzes geholt werden. (mb)