Mikroprozessor steuert . . .

Gleisbremse

08.12.1978

MANNHEIM (pi) - Ohne Hemmschuhe wird künftig der Rangierbahnhof Mannheim rangieren können. Die erste von einem Mikrocomputer gesteuerte Gleisbremse befreit das Bahnhofspersonal von einer schweren und gefährlichen Arbeit, dem "Hemmschuhlegen" auf die Gleise.

Mit dieser Bremse ist es möglich, die über den Ablaufberg rollenden Güterwagen so abzubremsen, daß sie ihr Laufziel im Richtungsgleis erreichen und sich aneinanderreihen, ohne hart aufeinanderzustoßen. Die Bremsensteuerung ist ein Baustein des von Siemens entwickelten Mikro-Computergesteuerten Rangiersystems MICOR für die Zugbildung und Zugzerlegung in Rangierbahnhöfen.

Mit Hilfe des Mikrocomputers wird die Geschwindigkeit der Wagen in der Gleisbremse so geregelt, daß die vorgegebene Auslaufgeschwindigkeit mit außerordentlich hoher Genauigkeit eingehalten werden kann. Dies nutzt man für die sogenannte Laufzielbremsung aus, die in der Mannheimer Anlage mit guten Ergebnissen erprobt worden ist. Die Wagen werden hier ohne Mitwirken von Hemmschuhlegern, die bei ihrer Arbeit sehr gefährdet sind, aber auch ohne die Investition teurer Beidrückeinrichtungen in den Richtungsgleisen "kuppelreif" gesammelt.