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Gläubiger setzen Excite@Home unter Druck

22.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die größten Gläubiger des bankrotten Unternehmens Excite@Home haben sich an das zuständige Konkursgericht gewandt, um zu erwirken, dass Excite@Home seinen High-Speed-Internet-Service für Kabelgesellschaften einstellt. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass die Kunden, insbesondere die Kabelgesellschaften, dem Dienst bessere Konditionen einräumten oder ihn zu einem Preis übernähmen, der den Gläubigern angemessen erscheint. Als bislang einziger Interessent bot AT&T Anfang Oktober 307 Millionen Dollar für Excite@Homes Breitbandbereich mit 3,7 Millionen Kunden und rund 1,3 Milliarden Dollar Schulden (Computerwoche online berichtete). Der US-Carrier hält rund ein Viertel der Aktien sowie 75 Prozent des Stimmrechts und ist

gleichzeitig Excite@Homes wichtigster Kunde. Kommt es zu dem Geschäft, befürchten die Gläubiger, nur einen Bruchteil ihrer über 750 Millionen Dollar hohen Ansprüche zu erhalten. Sie verlangen daher mindestens eine Milliarde Dollar. Die Geschädigten forderten außerdem, die Exite@Home-Vorstände - darunter AT&Ts CEO Michael Armstrong - wegen Befangenheit abzusetzen.

Vor zwei Wochen hatten sich die Kabelgesellschaften bereits zu finanziellen Zugeständnissen bereit erklärt, nachdem sich der Portalbetreiber aus Kostengründen weigerte, neue Kunden aufzunehmen. Die Gläubiger bewerten diese Bemühungen als ein klares Zeichen dafür, dass Excite@Home mehr als die gebotenen 307 Millionen Dollar wert sei.