Trotz Neuanfang

Gigaset steckt in der Krise

21.12.2015
Gerade erst war das deutsche Unternehmen Gigaset ins Smartphone-Geschäft eingestiegen, da deuten sich bereits erste Probleme an: Der chinesische Haupteigner verweigert die Zahlung von Millionen, Gigaset muss knapp die Hälfte der Belegschaft entlassen. Auch die Firmenspitze wird ausgewechselt.
Smartphone-Neuanfang mit Hindernissen: Gigaset Me
Smartphone-Neuanfang mit Hindernissen: Gigaset Me
Foto: Gigaset

Erst Anfang 2015 hatte der seit Jahren für seine Schnurlostelefone bekannte deutsche Hersteller Gigaset den Einstieg ins Geschäft mir Smartphones verkündet. Neben dem abebbenden und insgesamt wenig lukrativen Handel mit Festnetztelefonen erhoffte sich das Unternehmen - mit der Unterstützung eines chinesischen Investors - ein zweites Standbein aufbauen zu können und präsentierte zur IFA im September schließlich auch erste Ergebnisse: Die Geräte der Gigaset-ME-Serie. Eines der drei Smartphones hat der Hersteller mittlerweile auf den Markt gebracht, die beiden anderen sollen ab 2016 verkauft werden.

Tatsächlich aber steht Gigaset derzeit vor großen Problemen, denn wie Anfang Dezember unter anderem das Manager Magazin berichtete, hat der chinesische Haupteigner den versprochenen Betrag von 29 Millionen Euro für Investitionen in den Ausbau des neuen Geschäftsfelds noch nicht gezahlt. Die ursprünglich zum 30. September versprochene Rate, die der Investor in Gegenzug für die Nutzung der Markenrechte in China abtreten wollte, sei bis heute nicht geflossen. Pan Sutong war bereits 2013 mit seiner Goldin-Gruppe als Investor beim deutschen Unternehmen eingestiegen und hält derzeit 75 Prozent daran, auf seinem Heimatmarkt plante der Self-Made-Milliardär die Gigaset-Marke groß herauszubringen und als Gegengewicht zu Apple und Samsung zu etablieren.

CEO Fränkl muss gehen

Der langjährige CEO Charles Fränkl wird ausgetauscht.
Der langjährige CEO Charles Fränkl wird ausgetauscht.
Foto: Gigaset

Anfang Dezember wurde außerdem der Abbau von bis zu 550 Stellen bis zum Ende des Jahres 2018 bekannt gegeben, insgesamt unterhält Gigaset derzeit rund 1250 Arbeitsplätze. Mit diesem Schritt wolle sich der Hersteller "besser auf den Markt einstellen" und den Unternehmensumbau vorantreiben. Mitte vergangener Woche tauschte Gigaset nun auf den Firmenvorstand aus, wie der Konzern in einer knappen Pressemitteilung bekannt gibt. Der langjährige CEO Charles Fränkl wird durch Klaus Weßing, der CFO Kai Dorn mit sofortiger Wirkung durch Hans-Henning Doerr ersetzt. Nähere Gründe für die Umbesetzung nennt Gigaset nicht.

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Wie sich die aktuelle Entwicklung rund um Gigaset auf die Zukunft der noch nicht erschienenen Smartphones auswirkt, wird sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen. Seit dem 16. November ist das Gigaset ME zum Preis von 469 Euro in Deutschland zu haben, das Gigaset ME Pro wird eine etwas größere und teurere, das Gigaset ME Pure eine günstigere Auflage des Geräts. Im Test konnte uns das edel anmutende Gigaset ME nicht vollständig überzeugen.

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