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GiFi: Drahtlose Datenübertragung mit fünf Gigabit pro Sekunde

25.02.2008
Von pte pte
Die Entwicklung eines Transceivers, der drahtlose Datenübertragung mit fünf Gigabit pro Sekunde (Gbps) ermöglicht, hat das Forschungsinstitut National ICT Australia (NICTA) http://nicta.com.au bekannt gegeben. Das auf einem CMOS-Chip integrierte System arbeitet bei einer Übertragungsfrequenz von 60 Gigahertz. Die "GiFi" getaufte Technologie wird dank hoher Datenrate und günstigen Fertigungskosten das Home Entertainment revolutionieren, heißt es von Seiten NICTAs.

"Konsumenten werden an öffentlichen Kiosks eine High Definition DVD in Sekunden auf ihre PDAs laden können", so Chris Nicol, NICTA CTO Embedded Systems. Der Inhalt könnte dann daheim auf HDTV-Geräten abgespielt werden. Als günstige Technologie für hohe Datenraten solle NICTAs Transceiver-on-a-Chip-Lösung das ermöglichen. Die NICTA-Entwicklung nutzt dazu den Frequenzbereich von 75 bis 64 Gigahertz. "Die Verfügbarkeit von sieben Gigahertz Spektrum resultiert in sehr hohen Datenraten", meint Stan Skafidas, Leiter des NICTA Gigabit Wireless Project. Bis zu fünf Gbps in Innenräumen, auf Distanzen von etwa zehn Metern, seien möglich.

Wenn die NICTA-Angaben zur Datenrate stimmen, übertrifft die Technologie selbst den im Januar vorgestellten Standard der WirelessHD-Gruppe http://www.wirelesshd.org , der ebenfalls das 60-Gigaherz-Band nutzt. Die von Partnern wie Intel, LG Electronics, Sony und Toshiba entwickelten WirelessHD-1.0-Spezifikationen, die ganz spezifisch für HD-Video gedacht sind, sehen derzeit eine Datenrate von vier Gbps auf kurze Entfernungen vor. Als allgemeine drahtlose Netzwerktechnologie wären fünf Gbps ein noch größerer Schritt. Das sind fast zehnmal mehr als beim WLAN-Standard 802.11n mit theoretisch bis zu 600 Megabit pro Sekunde Datenrate.

Der laut den Entwicklern erste CMOS-Transceiver-on-a-Chip für den 60-Gigahertz-Bereich ist das Ergebnis von drei Jahren Entwicklungsarbeit im Rahmen des NICTA Gigabit Wireless Project. Bekanntester Projektpartner ist IBM. Der für die Transceiver-on-a-Chip-Technologie genutzte CMOS-Fertigungsprozess stammt vom Konzern. Die Kosten für Chips sollen im Bereich von zehn australischen Dollar liegen, nach Angaben gegenüber australischen Medien soll die Massenproduktion innerhalb von drei Jahren anlaufen. (pte)