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Gibt SEC Kontrolle ausländischer Firmen ab?

05.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der US-Börsenlandschaft gibt es derzeit Streit um die Kompetenzen der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC). Diese hat angeregt, dass ausländische Unternehmen künftig an US-amerikanischen Börsen notiert sein dürfen, ohne sich den strengen örtlichen Bilanzrichtlinien (GAAP = Generally Accepted Accounting Principles) zu unterwerfen. Statt dessen sollen nur noch die laxeren International Accounting Standards (IAS) der International Accounting Standards Commission (IASC) mit Sitz in London zur Anwendung kommen. Nach GAAP ist ein Unternehmen beispielsweise verpflichtet, eine außergewöhnliche Belastung abzuschreiben, wenn Mitarbeiter Aktienoptionen ausüben - die IAS sehen großzügig darüber hinweg.

Wirtschaftsprüfer befürchten nun Nachteile für US-Unternehmen. "Die SEC sollte entweder wie gehabt für alle Firmen die GAAP ansetzen oder US-Firmen ebenfalls die Wahl lassen", meint etwa Roger Jahnke, Director International Accounting Standards bei Ernst & Young International. "Wir brauchen gleiches Recht für alle." Derzeit sind laut SEC bereits rund 1200 ausländische Unternehmen in den USA notiert.