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GI warnt vor fahrlässigem Umgang mit Daten

22.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die derzeitigen Dskussionen um den Datenschutz sind viel zu stark emotional aufgeladen - zumindest nach Auffassung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Grundsätzlich plädiert die GI jedoch für einen vorsichtigen und bewussten Umfang mit allen persönlichen Daten - auch und gerade angesichts der momentan häufig sehr einseitigen Abwägung von Sicherheits- und Datenschutzinteressen. Die häufig "aus angeblichen Sicherheitsgründen" gespeicherten Telefon-Verbindungsdaten, E-Mails, Gesundheits- und Geninformationen aller Bürger sowie die Überwachung ihrer Kraftfahrzeuge seien eine "ernste" Bedrohung für den Datenschutz, der durch die Speicherung biometrischer Daten im Reisepass noch verschärft werde.

Persönliche Daten sollten nur gespeichert und verarbeitet werden dürfen, wenn ein "vertrauensvoller" Umgang mit ihnen gewährleistet sei, fordert die IT. Falls die Speicherung notwendig sei, müssten in jedem Fall die technischen Voraussetzungen von Fachleuten überprüft werden. Ergäben sich Mängel, so seien sie publik zu machen und zu beheben.

Insbesondere will die GI eine offene Diskussion um die Verwendung gespeicherten Daten anregen. "Personenbezogene Daten sind viel zu sensibel, um den Umgang mit ihnen hinter verschlossenen Türen zu verstecken", sagte GI-Präsdident Matthias Jarke. Nur durch Transparenz und eine sachliche Diskussion lasse sich in der Bevölkerung Vertrauen für die Informationstechnik schaffen: "Die berechtigte Angst breiter Bevölkerungskreise vor dem gläsernen Bürger muss sehr ernst genommen werden und darf nicht mit Hinweisen auf alle möglichen Bedrohungsszenarien völlig außer Acht gelassen werden." (qua)