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GFT verabschiedet sich von seinen Jahreszielen

12.08.2004

Die GFT Technologies AG hat im ersten Halbjahr 2004 einen weiteren Umsatzrückgang verbucht, konnte aber gleichzeitig ihren Verlust reduzieren. Obwohl der Schwarzwälder Internet-Dienstleister in der zweiten Jahreshälfte wieder bessere Geschäfte wittert, hat er sich bereits von seinem bislang angepeilten Jahresgewinn bei stabilen Einnahmen verabschiedet.

Wie das Unternehmen aus St. Georgen bekannt gab, ging der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 von vier Millionen auf 1,2 Millionen Euro zurück. Das Vorsteuerminus (Ebt) konnte im Jahresvergleich von 7,2 Millionen auf 3,2 Millionen Euro verbessert werden, der Nettofehlbetrag sank von 5,2 Millionen auf 3,7 Millionen Euro.

Gleichzeitig schrumpften aber auch die Einnahmen gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 um 19 Prozent auf 57,4 Millionen Euro. So lag der Umsatz im zweiten Quartal nur auf Höhe des vorangegangenen ersten Dreimonatszeitraums, anstelle - wie erwartet - zu steigen. Positiv entwickelte sich hingegen GFTs Auslandsgeschäft, das inzwischen ein Drittel zu den Gesamterlösen beiträgt. Gleichzeitig verbuchte das Unternehmen eine starke Resonanz auf die Offerte, Services aus Niedriglohnländern zu beziehen. Diese würden insbesondere von Bestandskunden, darunter Großaktionär Deutsche Bank, sehr gut in Anspruch genommen, teilte das Unternehmen mit. Die durch niedrigere Preise verbuchten Umsatzeinbußen habe man dabei teilweise durch höhere Projektvolumina wieder aufgefangen. Wegen des kostengünstigen Angebots rechnet GFT ab der zweiten Jahreshälfte zudem mit zusätzlichen Aufträgen und einem dadurch bedingten Umsatzanstieg.

Da die Nearshore- und Offshore-Kapazitäten nahezu voll ausgelastet seien, will das Unternehmen Presseberichten zufolge in diesem Jahr 180 neue Stellen in Spanien und Indien schaffen. Die aktuelle Auslastung in Deutschland bezeichnet das Management als noch nicht befriedigend. Da mit einer steigenden Nachfrage im zweiten Halbjahr gerechnet wird, will GFT die derzeitige Personalstärke aber vorerst beibehalten.

In der laufenden zweiten Jahreshälfte rechnet GFT-Chef Ulrich Dietz mit Einnahmen zwischen 64 Millionen und 66 Millionen Euro sowie einem ausgeglichenen Ebt-Ergebnis. Insgesamt erwartet das Unternehmen für 2004 zwar weiter einen Ebitda-Gewinn. Vor Steuern werde jedoch – entgegen bisheriger Prognose - ein Verlust anfallen. (mb)