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Gezielte Phishing-Angriffe bringen Unternehmen in Bedrängnis

25.07.2007
Von pte pte
Der Sicherheitsspezialist Avira hat auf eine neue Methode von Cyberkriminellen hingewiesen. Mit der neuen Masche namens Spear-Phishing gehen die Hacker seit kurzem in den USA erfolgreich auf Beutezug. Jüngst brachte ein erpresserischer Trojaner namhafte amerikanische Behörden und Konzerne in Bedrängnis. Die Schadprogramme werden an Mitarbeiter des zu attackierenden Unternehmens geschickt. Als Absender scheint ein Kollege auf, um das Opfer in Sicherheit zu wiegen.

"Die Zeiten, in denen Phishing- und andere Malware-Angriffe sich nur gegen die breite Anwendermasse richteten, sind vorbei. Bislang nutzten es die Bösewichte aus, dass sich Millionen an wahllos verschickten E-Mails mit einer ansprechenden Betreffzeile lohnen. Denn irgendjemand fühlt sich immer angesprochen und fällt auf den Betrug herein", sagt Tjark Auerbach, Avira-Geschäftsführer. Beim Spear-Phishing hingegen handelt es sich um gezielte Attacken, die ganz speziell Geschäftsgeheimnisse, Kundendaten und andere sensible Informationen bestimmter Firmen, Institutionen oder Behörden ausspionieren, heißt es von Seiten Aviras gegenüber pressetext.

Die neue Methode zeichnet sich dadurch aus, dass nur eine sehr individuell gestaltete Nachricht an einen ausgewählten Empfängerkreis innerhalb eines Unternehmens ergeht. "Wer vermutet denn schon einen Betrug, wenn sich die IT-Supportabteilung meldet oder etwa der Betriebsrat. Die Informationen über Ansprechpartner, Verantwortlichkeiten und Strukturen sind bei vielen Unternehmen doch auf der Internetseite abgelegt. Für Hacker ist es also ein Leichtes, eine entsprechende E-Mail zu fälschen und so glaubwürdig zu erscheinen", erklärt Auerbach. Damit fangen sich viele Unternehmen Trojaner und weitere Spionagesoftware ein.

"Dieser Trend zu ausgefeilten, personalisierten Angriffen zeigt, welche Mühe und Recherchearbeit die Kriminellen heute auf sich nehmen, um an potenziell äußerst lukrative Informationen zu gelangen", bestätigt auch Mark Sunner, Chief Security Analyst bei Messagelabs http://www.messagelabs.com , die neuen Angriffsmethoden. Das Unternehmen habe auch E-Mails an Ehepartner oder andere Familienangehörige von CEOs abgefangen. Auf diesem Weg wollten Angreifer den Heim-PC infizieren und sich so indirekt Zugriff auf vertrauliche Korrespondenz der Zielperson verschaffen. "Social Networking-Sites wie Face Book, Linked In und MySpace, auf denen private Informationen und gefragte Details gespeichert sind, machen es für die Kriminellen einfach, persönliche Daten über ihre Opfer zu sammeln. Damit können die Angriffe glaubhaft personalisiert werden."

"Der beste Schutz gegen solche Spear-Phising-Attacken sind gut aufgeklärte Mitarbeiter", rät Auerbach. "Manchmal reicht schon der Griff zum Telefonhörer, um zu klären, ob der IT-Administrator tatsächlich eine E-Mail mit angehängter Software verschickt hat. Das erspart Unternehmen allerdings nicht den Einsatz einer Sicherheits-Software mit einer starken Heuristik, die auch rein deutsche, lokale Angriffe berücksichtigt." (pte)