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Gewinneinbußen bei Tieto Enator, Wachstum bei WM-Data

24.07.2006
Nicht alle IT-Serviceriesen Skandinaviens stehen gut da.

Die großen nordischen Serviceanbieter haben sich im zweiten Quartal dieses Jahres zum Teil sehr unterschiedlich entwickelt. So musste der größte finnische IT-Diensteister Tieto Enator herbe Profiteinbußen hinnehmen. Der Nettogewinn ging von 44,2 Millionen auf 17,5 Millionen Euro zurück. Verantwortlich dafür sind nach Angaben des Managements verschiedene Faktoren: die Restrukturierungskosten in Höhe von 4,6 Millionen Euro, eine zum Teil "suboptimale Auslastung sowie zeitweise hohe Investitionen und geringere Lizenzverkäufe" in bestimmten Geschäftsbereichen. Die Aktien fielen nach Bekanntgabe der Zahlen um 12 Prozent und damit auf ein Jahrestief. Seit Anfang des Jahres hat das Papier 41 Prozent an Wert verloren.

Der Umsatz stieg zwar um 3,6 Prozent auf 443,1 Millionen Euro. Vor allem wegen des anhaltend schlechten Geschäfts mit TK- und Medienunternehmen - die Einnahmen sanken von sechs Millionen Euro im zweiten Quartal des Vorjahres auf 500 000 Euro - war das organische Wachstum insgesamt jedoch rückläufig:

Wesentlich besser ist das zweite Quartal für WM-Data verlaufen. Der Nettogewinn des schwedischen IT-Dienstleisters ging zwar leicht zurück - von umgerechnet 18,2 Millionen auf 17,5 Millionen Dollar. Dafür kletterte der Umsatz um 22,3 Prozent auf 368,1 Millionen Dollar. Positiv auf die Einnahmen wirkte sich vor allem die Übernahme der Skandinavien-Aktivitäten von Atos Origin im Mai vergangenen Jahres aus. Dadurch legte WM-Datas Inlandsgeschäft um 35,6 Prozent zu, obwohl das organische Wachstum lediglich bei drei Prozent lag. Die größte Nachfrage verzeichnete der Anbieter im öffentlichen Dienst und Gesundheitswesen. "Diese Branchen sind auf mehr Effizienz angewiesen, daher steigt der Bedarf an digitalen Services", erklärte ein Firmensprecher.

Insgesamt entspreche die Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte den Erwartungen. "Die meisten Aspekte sprechen für eine anhaltende Nachfrage und einen stabilen Markt", so der Sprecher weiter. Allerdings verschärfe sich der Wettbewerb in Skandinavien, vor allem durch die zunehmende Offshore-Nutzung. Damit werde das Wachstum wieder gebremst. (sp)