USA

Gewerkschaften werfen T-Mobile Blockadepolitik vor

09.04.2010
Internationale Gewerkschaften werfen der Telekom-Tochter T-Mobile USA eine Blockadepolitik gegenüber der Vertretung von Arbeitnehmerinteressen vor.
Ein Laden von T-Mobile USA im New Yorker Vorort Hoboken (Foto: Thomas Cloer)
Ein Laden von T-Mobile USA im New Yorker Vorort Hoboken (Foto: Thomas Cloer)
Foto: Thomas Cloer

T-Mobile USA bediene sich Schlupflöchern im US-amerikanischen Arbeitsrecht, die Anti-Gewerkschafts-Kampagnen seitens des Managements zuließen, sagte der Larry Cohen, Vorsitzender der US-Gewerkschaft CWA, am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ver.di in Bonn. Sie beriefen sich auf einen neuen Bericht eines Arbeitsforschers, der unter anderem Interviews mit Beschäftigten geführt hatte. Die Telekom wies die Vorwürfe scharf zurück.

In dem Bericht, den nach Angaben der Gewerkschaften eine unabhängige Organisation für die Rechte von US-Arbeitnehmern in Auftrag gegeben hatte, ist von einer "systematischen Gewerkschaftsvermeidungskampagne" von T-Mobile USA und deren Muttergesellschaft die Rede. Vor allem mache sich die Deutsche Telekom eines Doppelstandards schuldig: Einerseits respektiere sie in Deutschland Arbeitnehmerrechte und arbeite eng mit der Gewerkschaft ver.di zusammen, andererseits missachte sie in den Vereinigten Staaten Rechte von Arbeitnehmern, sich zu organisieren.

"Riesige Angst vor Entlassung"

Die Vorwürfe beruhen dem Bericht zufolge auf Aussagen von Arbeitnehmern, Unternehmenshandbüchern, Anti-Gewerkschaftsmemos und E-Mails. Das Unternehmen habe seit dem Jahr 2001 Berater engagiert, die auf die Vermeidung von Arbeitnehmervertretungen spezialisiert seien und beschäftige Führungskräfte, die Erfahrung in diesem Bereich hätten. Die Arbeitnehmer forderten unter anderem Transparenz bei der Bezahlung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Sie hätten aber riesige Angst davor, entlassen zu werden, sollten sie sich organisieren.

Die Deutsche Telekom sprach in Reaktion auf die Vorwürfe von einer verleumderischen und verantwortungslosen Kampagne. "Die Telekom respektiert überall auf der Welt die Arbeitnehmerrechte und ist ein fairer Gesprächspartner für gewählte Arbeitnehmervertretungen", sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger. Der Versuch, durch öffentlichkeitswirksame Spektakel den Gewerkschaftszugang der CWA bei T-Mobile USA durchzusetzen, sei völlig inakzeptabel. Die CWA habe ihre Chance, das in den USA gesetzlich vorgesehene Verfahren zu beschreiten, bisher nicht genutzt. (dpa/tc)