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Getronics überrascht mit guten Zahlen

03.11.2006
Das aufstrebende Servicegeschäft bescherte dem angeschlagenen IT-Dienstleister sogar ein leichtes Umsatzplus.

Der krisengeschüttelte niederländische IT-Dienslteister Getronics hat für das Ende September abgelaufene dritte Quartal überraschend gute Zahlen vorgelegt: So stieg der Umsatz um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 622 Millionen Euro. Das Servicegeschäft, mit 88 Prozent der größte Unternehmensbereich, verbesserte sich sogar um fünf Prozent. Außer in den USA konnte Getronics hier in allen Märkten wachsen.

Für das Gesamtjahr hält der IT-Servicanbieter an seinem Umsatzziel in Höhe von 2,6 Milliarden Euro fest. Die Gewinnmarge (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll zwischen drei und vier Prozent liegen.

Die positiven Nachrichten sind erstaunlich nach dem, was Getronics in diesem Jahr durchgemacht hat. Nach einem Betrugsskandal in der mittlerweile verkauften italienischen Niederlassung musste das Unternehmen seine Bankenverträge kündigen. Die finanzielle Lage verschlechterte sich zusehends und sorgte im August für einen Kursrutsch von 40 Prozent.

Um die Banken zufrieden zu stellen, veräußerte Getronics auch die Aktivitäten in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Polen sowie seine HR-Abteilung und seine französischen Niederlassung (siehe auch: Der Ausverkauf bei Getronics geht weiter). Nach der Streichung von 500 Stellen in den USA ist der IT-Dienstleister momentan dabei, weitere 1000 Arbeitsplätze in Europa abzubauen.

Nach Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal legte die Aktie gestern um sieben Prozent zu. Allerdings ist das Papier damit immer noch 30 Prozent weniger wert als vor dem großen Einbruch vor drei Monaten. (sp)