Verkaufsschlager oder Ladenhüter?

Geteilte Meinungen über Windows-8-Erfolg

Heinrich Vaske
Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Dieser Aufgabe widmet er sich in enger, kooperativer Zusammenarbeit mit dem Redaktionsteam. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Privat gehört sein Herz seiner Familie und dem SV Werder Bremen.
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Während Analysten einen mäßigen Start von Windows 8 diagnostizieren, zieht Microsoft auf der Consumer Electronics Show (CES) eine erste positive Bilanz.
Foto: Microsoft

Mehr als 60 Millionen Windows-8-Lizenzen habe Microsoft seit dem Launch am 26. Oktober 2012 verkauft, sagte Tami Reller auf der Messe in Las Vegas. Die für das Windows-Marketing zuständige Topmanagerin erklärte, man liege damit „beinahe“ auf dem Niveau der Windows-7-Verkaufsbilanz von vor drei Jahren.
Reller erklärte weiter, Windows 8 habe Microsofts Verkaufserwartungen übertroffen, und die große Nachfrage nach Touch-Geräten mit dem neuen Betriebssystemen habe „viele Leute sehr überrascht.“

„Engpass“ bei Tablets

In einem öffentlichen Gespräch auf der CES mit einem Analysten der Investment-Bank JP Morgan bedauerte Reller, dass es offenkundig noch einen Engpass bei den Endgeräten sowie Mängel in den Distributionsketten gebe. Einige Tablets mit Windows RT, die Windows-8-Version für die preiswerteren ARM-Prozessoren, seien nicht optimal vermarktet worden.

Große Hoffnungen setzt Microsoft laut Reller in das kommende eigene Tablet „Surface Pro“, das mit einem Intel-Core-i5-Prozessor werkeln und wesentlich leistungsfähiger als die heutigen RT-Modelle sein soll. „Das wird ein PC sein, der ebenso einen unglaublichen Job als Tablet macht“, sagte die Marketing-Managerin.

In den Unternehmen, so räumte Reller ein, ist Windows 7 weiterhin erste Wahl. Es sei auf mehr als 60 Prozent der klassischen PC-Arbeitsplätze installiert. Die 60 Millionen verkauften Windows-8-Lizenzen setzen sich im Wesentlichen aus OEM-Verkäufen im Consumer-Geschäft sowie aus Upgrades von Anwendern zusammen, die das neue System ausprobieren und das bis Ende Januar gewährte Billigangebot des Herstellers Rabatt nutzen möchten.

Skepsis bei Analysten

Im Vorfeld der CES hatten sich Analysten eher skeptisch zum PC-Geschäft im Allgemeinen und Windows8 im Besonderen geäußert. Im US-Markt habe der PC-Absatz im Vorweihnachtsgeschäft – also zwischen Ende November und Ende Dezember 2012 – um elf Prozent unter dem des Vorjahrs gelegen, berichten die Marktforscher der NPD Group. Den Anbietern sei es bislang nicht gelungen, mit Windows 8 eine Trendwende einzuleiten.

Die Lage werde sich so bald auch nicht bessern, da in den nächsten Monaten nicht etwa fallende, sondern steigende PC-Preise zu erwarten seien. Die Hersteller müssten etwas tun, derzeit kalkulierten sie mit so dünnen Margen, dass sich ihre Geschäfte kaum noch lohnten.
Mehrere Faktoren, von der instabilen Konjunktur über den wachsenden Konkurrenzdruck durch billige Tablets bis hin zur unklaren Strategie Microsofts führten dazu, dass Windows 8 den Markt nicht so bald erobern werde.

Multitouch auf dem PC?

Der im Web populäre Windows-Insider Paul Thurrott diagnostiziert sogar, dass sich die Anbieter schon mit Windows 7 die Geschäfte selbst verdorben hätten. Es sei vorinstalliert auf billigen Netbooks in den Markt gelangt – und nun sei die weite Verbreitung auf „billigem Plastikschrott“ für Redmond ein echtes Problem. Den Anwendern sei kaum begreiflich zu machen, für einen PC wieder 700 Dollar und mehr zu zahlen, wenn der Mehrwert neuer Windows-PCs im Wesentlichen bei den Touch-Eigenschaften liege, an denen die wenigsten interesssiert seien. Laut Thurrott sind derzeit nur 4,5 Prozent der ausgelieferten Windows-8-PCs Multitouch-fähig.

Anwender nutzen Windows 8 heute, weil sie es mit dem neuen PC erwerben oder weil sie aus Neugier ein Upgrade vornehmen. Bei Microsoft weiß man das. Bis Ende Januar bietet das Unternehmen Windows 8 noch in der Pro-Version für 29,99 Euro auf seiner Website an – ein guter jahresauftakt scheint also gesichert.

 

Jan
Also Win8 ist um es mal vorsichtig auszudrücken ..... bescheiden. An sich hatte Microsoft ja gute Ansätze, wie den Kachelbildschirm ( auch wen der ehr was für Tablets ist) oder das man Apps wie Skype links oder rechts neben den Programmen gut einsehbar nutzen kann. Aber Windowas 8 steht sich in Sachen Benutzerfreundlichkeit selbst im Weg. Dafür gibt es einige Beispiele wie z.B. die Tatsache das man, wen man Win8 nicht kennt fast 5 min. braucht um herrauszufinden wie man den Pc herrunterfährt oder sich halb tot sucht nur um auf Systhemeinstellungen zu kommen. Aber am schlimmsten finde ich, das das Systhem einfach total inkompetent in sachen Games ist. Zum beispiel Far Cry 3, ein Spiel das vor nicht einmal einem halben Jahr realist wurde bockt Windowas8 schon rum. Ich empfehle jedem der ein Betriebssysthem will, das wenigstens in der Lage ist die Deskopsortierung zu speichern noch mindestens ein halbes Jahr zu warten, bis er sich Win 8 holt. ( Zocker sollten es ganz lasen und bei Win7 bleiben)

coriandreas
Ballmer wird solange rumtoben und behaupten, dass der Fliesentisch 8 ein Erfolg ist, bis er den Hut nehmen muss. Mal abwarten bis 22:30 MEZ, ob der neue Apple-Chef auch so ein Dummy ist...

kat
Kann ich nur bestätigen. Ich habe zu Testzwecken Win8 gekauft und installiert. Nun bin ich die ganze Zeit beschäftigt, diese blöden Kacheln und Einblendungen zu entfernen. Am meisten nervt die rechte Leiste. Sobald man sich mit der Maus ganz rechts aufhält, um zum Beispiel Programme zu schließen, geht diese nervige Leiste auf. Und warum der der Startknopf wegmusste, werde ich auch nicht verstehen. Fazit: Geld bezahlt um Win8 zu testen. Geld/Zeit investieren (es gibt auch kostenlose Programme) um Win8 in eine bedienbare "Win7" Oberfläche zu verwandeln. Ich installiere auf alle Fälle wieder Win7. Wohl dem, der diese Möglichkeit hat. Gut gemacht Microsoft. Wird sich sicher erst mal rechnen. Jedes zweite Betriebssystem ist eben immer ein Flop (Me, Vista und nun eben Win8) kat

hvaske
Dieser Artikel hilft weiter: Downgrade von Win 8 auf Win 7. http://www.computerwoche.de/a/downgrade-von-windows-8-auf-windows-7,2530497

Catie Chiung
Das der PC-Markt rückläufig ist liegt nicht an Tablets und Smarthphones. Tablets und Smarthphones haben einen hohen absatz das stimmt. Aber sie sind kein "Ersatz für normale PCs". Einer der wichtigsten Märkte sind Unternehmen. Diese werden wohl kaum eine Touch Oberfläche nutzen bzw. einen 7 bis maximal 15 Zoll Platte benutzen die sie dann auf dem Schreibtisch haben um sich bei der Arbeit einen Buckel zu hohlen. Zudem wollen sie ein System haben indem die Arbeit schnell erledigt wird. Da bisher im PC Bereich kaum bis keine neuen Innovationen auftauchen ist klar das man seinen "Alten" behält anstatt sich einen neuen zu kaufen. Apple macht es mit Tablets und vorallen Smartphones vor auch das stimmt, aber sie werden bisher er im Heimanwenderbereich verwendet. Commodore und viele andere haben Systeme im Heimanwenderbereich entwickelt und den Businessmarkt quasi ausgelassen. Das war dann der Erfolg von Microsoft gewesen, da sie sich zusammen mit IBM damit beschäftigt hatten. Wenn man damals an das DOS denkt, so war es zwar erstmal ein Rückschritt, für Firmen aber die Lösung. Die Tastatur wird immer eine Rolle Spielen auch die Konsole, das hatte Apple nie verstanden und sind daran ebenfalls fast Pleite gegangen. Den Erfolg hatten sie erst wieder mit der einführung von MacOSX wo es wieder eine Konsole gab.

PCProfi
FINGER WEG VON DIESEM MIST ! Wir haben als Windows 7-Nutzer beim Kauf eines neuen Samsung-Laptops Windows 8 als Vorinstallation hinnehmen müssen. Die Software ist eine absolute Katastrophe. Man muss immer den schwachsinnigen Kachelbildschirm überspringen um an die gewohnte Desktop-Oberfläche zu gelangen. Es fehlt dort der W7 Startknopf, wobei dann eine übersichtliche Liste der installierten Programme (nicht Apps) nicht zu finden ist. Weiterhin wird man ständig genötigt, ein Microsoft-Konto zu eröffnen damit Geld für Apps einkasssiert wird. Das Aufrufen der Eck-Menus mit der Maus ist extrem holprig. Gesternabend wollten wir eine System- und Datensicherung analog W7 durchführen - Fehlanzeige, die Funktionen sind so gut versteckt, dass man gar nicht weiss wo man anfangen sollte. Wiur fühlen uns von MIcrosoft ver*****t .

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