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Gesundheitskarte wirft langen IT-Schatten voraus

07.05.2004

Im Kompetenzgerangel zwischen Ministerien, Vertretern von Ärzten, Krankenhäusern und -kassen sowie verschiedenen Lobbyisten drohen Verzögerungen bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, berichtet die "Financial Times Deutschland". Schon in zwei Jahren sollen laut den Plänen des Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung rund 80 Millionen Deutsche mit einer entsprechenden Chipkarte ausgestattet sein. Bis dahin benötigen allerdings Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken die dazu notwendige Software und IT-Infrastruktur. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bezeichnet das Vorhaben schon im Vorfeld als größtes IT-Projekt Deutschlands. Vieles deutet jedoch derzeit darauf hin, dass nach dem Desaster um Toll Collect mit der Gesundheitskarte das nächste IT-Debakel heraufzieht. So gebe es keine zentrale Instanz, die bei der

Einführung das Heft in die Hand nimmt, monieren Experten. Vielmehr müssten sich die verschiedenen Interessenvertretungen erst noch über Ziele und deren Realisierung einigen. Das Chaos sei vorprogrammiert. Wer das Großprojekt realisiert und finanziert, ist momentan nicht klar. Schätzungen über die Kosten schwanken zwischen einer und 1,8 Milliarden Euro. Sollten sich die Verbände bis Oktober dieses Jahres nicht über die Finanzierung einigen können, werde das Ministerium per Verordnung festlegen, wer was bezahlen muss, droht Ministerin Schmidt. (ba)