Maßanzug Enterprise Cloud

Geschäftsprozesse und Collaboration verschmelzen

Holger Imbery ist Solution Line Manager Collaborations bei Dimension Data Communications Deutschland.
Cloud-Services für die Sprachkommunikation lassen immer mehr Unternehmen darüber nachdenken, ihre Geschäftsprozesse und Collaboration kostensparend zu "Communications Enabled Business Processes" zu verschmelzen. Möglich wird dies durch die Schaffung einer Enterprise Cloud, das heißt den Umstieg auf Inhouse-Services im virtualisierten Data Center oder auch virtualisierte Server. Die Sicherheitsrisiken einer Public-Cloud-Lösung sind dadurch gebannt.

Immer mehr Anbieter drängen mit Cloud-Services in der für Unternehmen so wichtigen Sprachkommunikation auf den Markt. Diese Dienste werden oft um Collaboration-Funktionalitäten ergänzt. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen versprechen die neuen Cloud-Angebote der Carrier und großen Internet-Service-Provider enorme Kostensenkungspotenziale - vor allem im Hinblick auf Investitionen in die klassische Sprachinfrastruktur sowie deren Betrieb. Auf dem europäischen Markt herrscht jedoch deutliche Zurückhaltung beim Umstieg auf Cloud-Services. Der Grund: Nach den jüngsten Abhörskandalen hegen die Firmen Sicherheitsbedenken und machen sich Sorgen um die Serviceverfügbarkeit.

Wie Geschäftsprozesse und Collaboration verschmelzen
Wie Geschäftsprozesse und Collaboration verschmelzen
Foto: buchachon, Fotolia.com

Enterprise Cloud für mehr Sicherheit

Wichtig zu wissen ist, dass Unternehmen, die das Potenzial einer Server-Virtualisierung erkannt und umgesetzt haben, durch die zusätzliche Virtualisierung ihrer Collaboration-Landschaft Kosten senken und gleichzeitig die Produktivität steigern können. Allerdings werden bei der Nutzung von Collaboration-Services aus einer Public Cloud personenbezogene Daten in die Hände Dritter gegeben. Es gilt deshalb, neben unternehmensinternen Vorschriften auch Datenschutzrichtlinien umfassend zu beachten. Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass der Zugriff auf die Public-Cloud-Infrastruktur gesichert und nicht abhörbar erfolgen kann.

Um den immensen Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen, bevorzugen viele Unternehmen einen Umstieg auf Inhouse-Services im virtualisierten Data Center oder auch virtualisierte Server, also Services aus einer privaten Cloud - mit anderen Worten: Enterprise Cloud. Bei der Nutzung der Enterprise Cloud sind zwar ebenfalls unternehmensinterne Regeln zu befolgen, aber Datenschutzrichtlinien können hier mit erheblich geringerem Aufwand realisiert werden. Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, wie diese Lösungen in den Unternehmen in die Tat umgesetzt werden.

Virtualisierung der Collaboration-Plattform

Obwohl sich die traditionelle Telefonanlage zu einer umfassenden Collaboration-Plattform auf Applikationsbasis entwickelt hat, verkörpert diese sehr oft eine Art Silo mit eigener Infrastruktur und Servern im Unternehmensnetz. Die Virtualisierung dieser Umgebungen bricht diese Silostruktur auf. Dadurch wird es möglich, die Collaboration-Anwendung in der gleichen Umgebung zu betreiben, in der auch die für Geschäftsprozesse relevanten Applikationen vorliegen. Damit findet Collaboration ihren Platz in der IT-Enterprise-Architektur. Dies erleichtert es zusätzlich, die Geschäftsprozesse mit synchroner Kommunikation zu ergänzen und deren Vorteile zu nutzen. Durch die Virtualisierung können nicht zuletzt auch unnötige Investitions- und Betriebskosten vermieden werden.

Geschäftsprozesse und Collaboration verschmelzen

Die ökonomischen Effekte durch Collaboration-Applikationen lassen sich in zwei Bereiche gliedern.

  • Zum einen können Kosten gesenkt werden, indem parallele Netzinfrastrukturen für Sprache und Daten beseitigt und das Vertrags-Management mit Dienstleistern für Sprach- und Dateninfrastrukturen optimiert wird.

  • Zum anderen steigern Collaboration-Lösungen die Produktivität der Mitarbeiter.

Der Effekt der Produktivitätssteigerung wird verstärkt, wenn die Collaboration-Applikation nicht nur eine "zusätzliche" Anwendung ist, sondern zur Verbesserung des reibungslosen Ablaufs der Geschäftsprozesse genutzt wird. Das bedeutet nämlich, dass der Geschäftsprozess mit Collaboration-Lösungen verschmilzt und zu einem Communication Enabled Business Process (CEBP) wird.